Christian Berg besucht WZ-Redaktion

„Kinder hören kaum noch zu“

Christian Berg hat die drei Gewinner in unserer Redaktion ermittelt.

Wildeshausen - Von Joachim Decker· „Immer mit den Kindern auf Augenhöhe !“ So lautet die Devise von Christian Berg – Autor, Regisseur und Schauspieler. Ein Beweis dafür ist sein Musical „Happy Birthday, Jim Knopf !“, das die Wildeshauser Zeitung am Donnerstag, 11. März (15 Uhr), in der Widukind-Halle präsentiert. Gestern hat uns Berg in der Redaktion besucht.

Und während er die drei schönsten Bilder aus unserer Malaktion auswählt und damit die drei Kinder festlegt, die mit auf der Bühne stehen werden, wird er nachdenklich: „Es ist so wichtig, dass wir unseren Nachwuchs sinnvoll beschäftigen. Wenn ich diese Bilder sehe, geht mein Herz auf. Es gibt sie noch – die Kinder, die sich kreativ beschäftigen.“

Genau die Tatsache, Kinder zu beschäftigen, sie mit Lesungen oder Theateraufführungen anzusprechen, ist für Berg seit Jahren der „Motor“ seiner Arbeit. „Leider aber muss ich seit Jahren beobachten, dass Kinder immer weniger zuhören können. Lesungen vor ihnen oder auch Schulaufführungen gestalten sich daher als immer schwerer“, betont Berg, der dabei immer nachdenklicher wird. Aber er werde nicht aufgeben.

Einen Grund, der Anlass zur Sorge sei, sieht der Autor von vielen Kinderbüchern darin, dass sich die Verrohung und die Bereitschaft zu Gewalt und Gewaltverherrlichung immer weiter vermehrten: „Das passiert unter anderem durch die PC-Killerspiele‘, verschiedene für Kinder nicht geeignete Sendungen im Fernsehen sowie den leichten Zugang zur DVD-Sammlung der Eltern.“ Leider aber wollten das sehr viele Erwachsene nicht wahr haben: „Immer wieder appelliere ich an die Elternhäuser, wieder mehr vorzulesen, um die Kleinen so ans Selberlesen heranzuführen.“

Arg zu denken gegeben habe ihm das Gespräch mit einer betroffenen Mutter des Amoklaufs von Winnenden nach einer seiner Theateraufführungen: „Diese Frau hatte bei dieser schlimmen Tat ihr Kind verloren.“ Seit diesem Gespräch mache er diese Problematik der „Killerspiele“, die auch der Täter von Winnenden gespielt habe, nach jeder Vorstellung von der Bühne aus zum Thema: „Irgendwo und irgendwie müssen wir doch anfangen, etwas dagegen zu unternehmen.“ Immer häufiger sei zu beobachten, dass sich die Kinder während der Aufführungen seiner Stücke lieber auf die Seite der Schurken schlügen: „Sie applaudieren dann sogar, wenn den eigentlichen Helden des Stückes etwas passiert. Ich mache meine Arbeit seit 23 Jahren. Eine Verrohung wie in den vergangenen drei Jahren ist mir aber noch nicht untergekommen.“

In der Tat hat er den „Killerspielen“ den Kampf angesagt: So hat Berg die Aktion „Gebt den Kindern Bücher“ ins Leben gerufen, bei der er Buchpatenschaften für Kinder aus sozialen Spannungsgebieten vermittelt: „Außerdem werde ich Unterschriften gegen diese Spiele mit Tötungsabsichten sammeln, um sie den verantwortlichen Stellen vorlegen zu können.“ Er hoffe, dass es nicht der sprichwörtliche Kampf gegen Windmühlen werde.

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