Atomkraftgegner Werner Köhler (Bündnis 90/Die Grünen) geht in Sachen regenerative Energien mit gutem Beispiel voran

„Keiner sagt, wo der Müll hin soll“

Über energiepolitische Fragen diskutierten Interessierte im kleinen Kreis mit dem Bundestagskandidaten Werner Köhler (l.).

Harpstedt - KLEIN KÖHREN n Recht mau fiel auch das Echo auf die letzte von der Harpstedter Energie-Agentur (HEA) organisierte Veranstaltung zur kommenden Bundestagswahl aus: Im kleinen Kreis diskutierten Interessierte am Dienstagabend im Klein Köhrener Dorfgemeinschaftshaus mit Werner Köhler aus Ganderkesee-Heide, dem Wahlkreiskandidaten von Bündnis 90/Die Grünen.

Es ist kein Geheimnis: Köhler steht auf Platz 16 der Landesliste, und damit sind seine Chancen, ins Parlament zu kommen, nicht sehr groß. Um so mehr Anerkennung verdient sicher sein persönliches Engagement im Wahlkampf. Der 54-jährige Leiter der Förderschule in Ganderkesee ist erst seit 2002 bei den Grünen.

Als Wehrdienstverweigerer teilt Köhler zum Afghanistan-Engagement nicht die Ansicht des Bundesvorstandes seiner Partei, wohl aber in der Energiepolitik: Er spricht sich eindeutig gegen die Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken aus: „Keiner sagt wo der Müll hin soll.“ Bei den erneuerbaren Energien geht Köhler sogar mit gutem Beispiel voran: Sein Auto ist auf Gas umgerüstet und das Dach seines Hauses mit einer Photovoltaik-Anlage bestückt. Statt für Solarstrom aus der Wüste plädiert Köhler für Solarzellen auf vielen heimischen Dächern. In der Diskussionsrunde kamen Möglichkeiten zur Finanzierung von Gemeinschaftsanlagen zur Sprache.

Die Warnungen der Grünen vor den Folgen des Klimawandels habe man zunächst nicht ernst genommen, sagte Köhler. Weil Deutschland in einer gemäßigten Zone liege, seien die Menschen noch nicht aufgeschreckt worden. „Wir müssen aber unser Verhalten verändern“, forderte der Bundestagskandidat. Kanzlerin Angela Merkel vertrete zwar auf internationalen Gipfel-Treffen hohe Ziele, lasse sich aber bei deren Umsetzung von der Autolobby beeinflussen, kritisierte Köhler. Der HEA-Vorsitzende Cord Remke bemängelte, dass erforderliche Informationen „nach unten“ – bis in die Kommunen – fehlten.

Allgemein vertraten die Diskussionsteilnehmer die Ansicht, die Automobilindustrie habe die Möglichkeiten zu technischen Veränderungen nicht genutzt. Kritisiert wurde, dass mit Biogas-Anlagen vorrangig Strom erzeugt werde und die Wärmeproduktion nur nachrangig sei. Köhler vertrat den Standpunkt, für die Effizienz der Anlagen müssten stärkere Kriterien festgelegt werden. Als anfänglicher Unterstützer der Nutzung nachwachsender Rohstoffe sehe er allerdings inzwischen auch, dass unter Monokulturen die Artenvielfalt leide und Agrarflächen für Energiepflanzen genutzt würden.

Cord Remke hielt dem entgegen, dass die Landwirtschaft bisher Überschüsse produzierte. Energiepflanzen könnten auf Flächen wachsen, die nicht für die Erzeugung von Nahrungsmitteln benötigt würden. Vor hundert Jahren habe man noch 25 Prozent der Flächen für Pferdefutter benötigt.

Zimmerermeister Franz Zawodny warb indes für den Bau von Passiv-Häusern. Auch der Umbau älterer Wohngebäude sei sinnvoll. Geringerer Energieverbrauch bedeute weniger Kraftwerksbedarf. Hierüber müssten die Menschen einfach mehr aufgeklärt werden.

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