Autonome wollen das Bundeswehrkonzert in Oldenburg platzen lassen – die Polizei bleibt gelassen

Nur keine Aufregung

Oldenburg - Von Daniel NiebuhrOLDENBURG · Markus Scharf tut das einzig Richtige: sachlich bleiben. „Wir werden präsent sein, ganz einfach“, sagt der Pressesprecher der Oldenburger Polizei und strahlt dabei eine Besonnenheit aus, die keinen Zweifel lässt, dass er sich in Sachen Bundeswehrkonzert keine allzu großen Sorgen macht.

Dennoch treibt auch den Beamten die Frage um, was von den Ankündigungen zu halten ist, die seit Wochen aus der autonomen Szene zu hören sind. Eine Gruppe antimilitaristischer Aktivisten will das für den 8. Mai im Schlossgarten geplante Konzert des Heeresmusikkorps 1 aus Hannover platzen lassen und kündigt mit markigen Worten an, die Veranstaltung „zum Desaster zu machen“. Dass ausgerechnet am 66. Jahrestag des Endes der Naziherrschaft eine, wenn auch nur musikalische, Abordnung von Soldaten in Oldenburg auftritt, erhitzt die linken Gemüter. „Kriegsverherrlichung“ nennt die Gruppe das auf ihrer Internetseite und ruft dazu auf, sich an Blockadeaktionen zu beteiligen. „Wir wissen nicht, um wie viele Leute es sich handelt und was sie vorhaben“, bekennt Scharf, „aber wir sind vorbereitet.“

Dass es die Oldenburger Autonomen nicht bei leeren Ankündigungen belassen, weiß die Polizei spätestens seit der letztlich glimpflich verlaufenen Hausbesetzung am Theaterwall. Die Stadt, die das Konzert mit ausrichtet, ist jedenfalls gewarnt. „Wir stehen in ständigem Austausch mit der Polizei und stimmen uns ab“, berichtet Stadt-Pressesprecher Andreas van Hooven, dem aber „nicht bekannt ist, dass bei uns einmal eine vergleichbare Veranstaltung wegen solcher Demonstrationen ausfallen musste“. Schon im vergangenen Jahr war die Bundeswehr mit ihrer Big-Band in Oldenburg zu Gast gewesen, die Proteste hatten sich in Grenzen gehalten. Damals lag der Termin aber auch nicht auf dem 8., sondern auf dem 7. Mai. Bislang haben die Autonomen lediglich großflächiges „Plakatieren, Verkleben und Verteilen“ angekündigt, sinnfreie Statements wie „Bundeswehr wegtreten!“ stimmen jedoch nicht nur Markus Scharf nachdenklich. „Wir nehmen die Signale definitiv ernst“, meint der Polizeisprecher und tritt der Panikmache mit betonter Unaufgeregtheit entgegen: „Wenn Demonstranten meinen, das Konzert stören zu können, werden wir das zu verhindern wissen.“

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