Bauvorhaben in der Marsch muss ruhen

Kein Rechtsschutz für Züchter

Hier soll der neue Stall gebaut werden.

Wildeshausen - WILDESHAUSEN (dr) · Pferdezüchter Philipp von Radetzky hat beim Versuch, in der Wildeshausen Welgenmarsch einen Zuchtstall zu errichten, eine erste Schlappe erlitten. Das Verwaltungsgericht Oldenburg hat den Antrag auf Gewährung vorläufigen Rechtsschutzes gegen die Stilllegungsverfügung des ungenehmigten Bauvorhabens am Ziegelhof durch den Landkreis Oldenburg abgelehnt. Nun wird sich das Oberlandesgericht in Lüneburg mit der Thematik befassen.

Die Entscheidung des Verwaltungsgerichts ist zumindest eine Richtungsentscheidung. Allerdings wurde in Oldenburg nur geprüft, ob die Klage des Züchters Aussicht auf Erfolg hat. Wenn das OVG Lüneburg gleichlautend entscheidet, dann, so die Einschätzung der Unteren Naturschutzbehörde, sei in einem eventuellen Hauptsacheverfahren nicht mit einem völlig anderen Ergebnis des Verwaltungsgerichts in Oldenburg zu rechnen.

Wie bereits berichtet, möchte Philipp von Radetzky auf seinem seit 1945 der Familie gehörenden Areal in der Welgenmarsch ein Stallgebäude mit 16 Boxen und eine 20 mal 40 Meter große Reithalle errichten, um Stuten zu züchten, auszubilden und später als Sportpferde zu verkaufen. Mit der Landwirtschaftskammer und dem Landkreis war bereits weitgehend Einvernehmen erzielt worden, als sich im Bauausschuss der Stadt Wildeshausen massiver Widerstand gegen die Baupläne formierte. Als Reaktion auf das Radetzky-Vorhaben beschloss der Rat, den Bebauungsplan Nr. 66 „Marschwiesen aufzustellen“ und eine Veränderungssperre für den Bereich zu erlassen.

Eva-Maria Langfermann, Leiterin der Unteren Naturschutzbehörde, betreut das Verfahren. „Es gab eine einstweilige Sicherstellung des Grundstücks, damit nicht vollendete Tatsachen geschaffen werden können“, erklärt sie. Ihrer Ansicht nach ist die Welgenmarsch eine in Niedersachsen einmalige Landschaft in unmittelbarer Nähe zu einer Stadt, die unbedingt zu schützen ist und der Naherholung der Bürger dienen sollte. Einen Rückbau der Anlage hat der Landkreis aber noch nicht gefordert. Der Züchter hatte bereits Sand aufgeschüttet. „Das werden wir verlangen, wenn auch das Oberverwaltungsgericht einen vorläufigen Rechtsschutz für den Kläger ablehnt“, so Langfermann. Das Verfahren, die Welgenmarsch unter Schutz zu stellen, könnte gut zwei Jahre dauern. Die Planungen würden auch im Falle einer Klage in der Hauptsache weiter betrieben, um schnell einen Schutz zu erreichen.

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