Reaktivierung: Ministerium streicht Strecke Delmenhorst-Harpstedt von Liste

Kein Nahverkehr per Zug

Zum und durch den Bahnhof in Harpstedt rollen auch in naher Zukunft hauptsächlich die historischen Züge der Delmenhorst-Harpstedter Eisenbahnfreunde. ·
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Zum und durch den Bahnhof in Harpstedt rollen auch in naher Zukunft hauptsächlich die historischen Züge der Delmenhorst-Harpstedter Eisenbahnfreunde. 

Harpstedt - Das Projekt „Reaktivierung von Bahnstrecken“ startet in die nächste Runde – allerdings ohne die Trasse zwischen Delmenhorst und Harpstedt. Das geht aus einer Pressemitteilung des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr hervor.

Nach einer Sitzung des Lenkungskreises steht nun fest, dass landesweit 28 Strecken im Verfahren bleiben. Zunächst enthielt die Liste 73 Trassen, darunter auch die Strecke zwischen Delmenhorst und Harpstedt.

Verkehrsminister Olaf Lies erklärt zu dem Projekt: „Unser Ziel ist es, das Angebot auf der Schiene in unserem Land weiter zu verbessern. Wir prüfen, wo mit wirtschaftlicher Vernunft der Schienenpersonennahverkehr in die Fläche ausgeweitet werden kann.“ Anscheinend eignet sich die Strecke Delmenhorst-Harpstedt dafür nicht.

Stefan Wittke, zuständiger Ministeriumsmitarbeiter, bestätigte dies auf Nachfrage. Laut ihm enthält die Einzelbewertung fünf Kriterien, die gegen eine Reaktivierung des Schienenpersonennahverkehrs von Harpstedt nach Delmenhorst sprechen.

Generell ist das Verkehrspotenzial in der Region zu gering. Es wohnen außerdem zu wenig Menschen an der Strecke, die den Personennahverkehr per Zug nutzen könnten. Die Anbindung an das bestehende Schienennetz ist laut Protokoll ebenfalls recht kompliziert und somit kostenintensiv.

Des Weiteren kann der Verkehr auf den Schienen die Busse nicht ersetzen – weil viele Ortschaften und Siedlungen zu weit auseinander liegen. Hinzu kommen noch „überproportional hohe Kosten“, die eine Reaktivierung der Strecke mit sich bringen würde.

Die Delmenhorst-Harpstedter Eisenbahnfreunde, deren historische Züge regelmäßig auf der Strecke fahren, wollten sich gestern nicht zu dem Thema äußern.

Der gebildete Lenkungskreis untersucht nun weiter, welche der 28 ausgewählten Strecken sich am besten für eine Reaktivierung eignen. Dem Gremium gehören Vertreter von Politik, kommunalen Spitzenverbänden, Aufgabenträgern für den Schienenpersonennahverkehr sowie von Umwelt- und Fahrgastverbänden an.

Am Ende des Verfahrens soll ein Gutachter schließlich sechs bis acht Trassen genau unter die Lupe nehme. · abü

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