Siegfried W. Kernen zeigte Wilhelm Busch von einer anderen Seite / „Bravo“-Rufe schon vor der Pause

„Kein gemütlicher Onkel im Schaukelstuhl“

Thomas Goralczyk, Siegfried W. Kernen und Martin Karl-Wagner (von links) klopften kräftig auf den „Busch“. ·
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Thomas Goralczyk, Siegfried W. Kernen und Martin Karl-Wagner (von links) klopften kräftig auf den „Busch“. ·

Dötlingen - Von Andreas Henseler. Einmal mehr ist es der Dötlingen Stiftung am Freitagabend gelungen, mit ihrem „Kultur Pur“-Programm dem „Goldenen Oktober“ mit einem literarisch-musikalischen Abend über den Maler und Dichter Wilhelm Busch einen strahlenden Farbtupfer hinzuzufügen.

„Es ist immer wieder nett bei Ihnen“, sagte der Schauspieler Siegfried W. Kernen, der bereits zum dritten Mal im Heuerhaus zu Gast war, zu Beginn des Abends. Diesmal hatte er sein Programm „Kräftig auf den Busch geklopft“ im Gepäck.

„Siegfried W. Kernen ist zwar von Fernsehen, Leinwand und Bühne bekannt und beim Publikum beliebt, doch seine große Leidenschaft ist die Literatur, und die hat er sich bewahrt“, sagte Gerti Essing von der Dötlingen Stiftung. Das Publikum höre Geschichten aus dem Mund eines begeisterten Vorlesers, die auch die nachdenklichen Seiten des berühmten Dichters zeigten. Damit hatte Essing nicht zu viel versprochen.

Und so war nicht nur der Abend mit „Kräftig auf den Busch geklopft“ betitelt: Kernen klopfte tatsächlich auf den Busch, und heraus kam ein ganz anderer Künstler, fernab von Max und Moritz, der frommen Helene oder Hans Huckebein. Ganz anders als wohl die meisten Gäste von dem „gemütlichen Onkel mit den immer passenden amüsanten Zitaten“ erwartet hatten, aber dennoch mit höchstem Unterhaltungswert.

„Viele haben in ihrer Jugend die Geschichten von Max und Moritz mit Vergnügen betrachtet“, sagte Kernen. Auch bei Hochzeiten oder Taufen würden Tante Minna und Onkel Hermann heute noch die ehemals gelernten Busch-Verse hervorkramen und sie zum Besten geben. „Doch heute geht es nicht um den gemütlichen Menschen, der im Schaukelstuhl mit seiner Meerschaumpfeife sitzt“, kündigte der Schauspieler an und verknüpfte fortan meist unbekannte Gedichte Buschs mit Beispielen aus seiner Prosa und aus Briefen, in denen die dunklen Untertöne des großen Humoristen mitschwingen. Dabei blieben der teilweise recht derbe Humor Buschs und seine detaillierten Beschreibungen von Mensch und Landschaft nicht auf der Strecke. Mit zum Gelingen trugen dann auch die passende Mimik und Gestik des sympathischen Schauspielers bei.

Die Reaktionen des Publikums reichten vom vergnügten Schmunzeln bis hin zu lautem Gelächter.

Für einen weiteren Höhepunkt des Abends sorgten Kernens musikalische Mitstreiter Martin Karl-Wagner und Thomas Goralczyk. Sie hatten Melodien bekannter Komponisten und Eigenkompositionen zu einer pfiffigen Collage verbunden. Der Lohn der Musiker: Schon vor der Pause ernteten sie für die von ihnen am Klavier vierhändig gespielten Melodien von Schubert und Beethoven unter dem Titel „Motivreigen aus der 5,9 Symphonie, leider unvollendet“ laute „Bravo“-Rufe aus dem Publikum.

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