Wildeshauser produziert Leckerei ohne Zucker / Wochenlang experimentiert

Wildeshauser produziert Leckerei ohne Zucker

Rolf Rötgers (links) und Joe Schmeing mit ihrer ersten Produktion. Schon bald gibt es zwei weitere Geschmacksrichtungen.

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Wenn aus einem Kaugummi ohne Mentol über Pralinen und Marzipan-Leckereien plötzlich Haselnuss-Nougat-Creme wird . . . Genau diese produziert der Wildeshauser Rolf Rötgers jetzt gemeinsam mit Joe Schmeing in großen Mengen.

Vermarktet wird das Produkt derzeit ausschließlich unter dem Label „Xucker“ der Berliner „kiwikawa“ GmbH von Christian Weiten. Rötgers‘ und Schmeings Süßwarenmanufaktur firmiert unter dem Namen „Sweet Art People“.

„Mitte 2010 war ich auf der Suche nach einem Kaugummi ohne Mentol. Erst in einer Apotheke wurde ich fündig. Als ich darauf als Inhaltsstoff Xylit las, wurde ich nachdenklich. Im ersten Moment hörte sich das für mich nicht so gut an.“ Dann aber habe er recherchiert: „Ich erfuhr, dass Xylit 40 Prozent weniger Kalorien hat als Zucker und auch für Diabetiker geeignet ist.“

Und genau diese Tatsache spielte Rötgers die Idee ins Gehirn, Pralinen mit Xylit herzustellen – mit Joe Schmeing wollte er die Sache angehen. „Allerdings mussten wir für die Herstellung Xylit in größeren Mengen haben. Mittlerweile waren wir schon einen Schritt weiter, wollten Marzipan-Leckereien mit diesem Zuckeraustauschstoff produzieren.“

Jedoch wollten die beiden nicht so viel Geld für Xylit ausgeben, dieses kostet für den Verbraucher leicht schon mal über zehn Euro pro Kilo (Zucker etwa einen Euro). „Im Internet bin ich auf die Firma ,kiwikawa‘ gestoßen, bei der wir Xylit in großen Mengen günstiger kaufen konnten“, erinnert sich Rötgers. Inhaber Christian Weiten habe dann gescherzt, dass er diese Marzipan-Pralinen gerne probieren wolle: „Er sagte aber auch, dass er vielmehr an Schokocreme mit Xylit interessiert sei, die er uns auch abkaufen und vermarkten würde. An dieser Herstellung seien schon einige Unternehmen gescheitert.“

Genau diese Aussage war für Rötgers und Schmeing die Herausforderung schlechthin: „Damit war unser Ehrgeiz geweckt.“ Drei Monate lang wurde ohne Ende experimentiert und probiert: „Abends hatten wir dann stets einiges auf dem Tisch stehen, was aber nicht so wirklich schmeckte oder nicht die richtige Konsistenz hatte. Irgendetwas war eben immer. Es gibt einfach keine Logik bei der Zusammensetzung, Xylit verhält sich wohl anders als Zucker.“

Aufgeben wollten die beiden aber nicht. Immer wieder wurde alles genau dokumentiert – von der Zusammensetzung bis hin zu den Verarbeitungsschritten. „Dann plötzlich passte alles. Aber wir hatten uns zu früh gefreut. Es passte nur für die Herstellung von 150 Gramm. Der erste Test mit drei Kilogramm ist glatt gescheitert. Also mussten wir wieder ein neues Verfahren entwickeln, sogar die Reihenfolge der Zutaten musste stimmen. Wir haben gedacht, wir spielen Lotto.“

Nach einigen weiteren Experimenten hatten es Rötgers und Schmeing endlich geschafft, sie konnten in Produktion gehen: „Mittlerweile haben wir dir ersten 3 000 Gläser schon nach Berlin geliefert. Weitere 2 000 wurden bestellt. Täglich werden etwa 40 Gläser übers Internet verkauft.“ Beide seien froh, dass sie in dieser geringen Menge produzieren können: „Mehr wäre zurzeit nicht möglich. Später wollen wir den Artikel auch unter eigenem Label vermarkten.“

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