Tierschutzgruppe fordert Kastrationspflicht nach Paderborner Modell / Schon bald Thema im Stadtrat

Katzen-Elend Kampf ansagen

Meike Finke kümmert sich im Katzenhaus neben anderen Mitarbeitern der Tierschutzgruppe um die Tiere.

Wildeshausen - Von Joachim Decker· Das Signal ist eindeutig – die Tierschutzgruppe Wildeshausen (TSGW) sagt dem Katzen-Elend den Kampf an, fordert strikt die Kastration aller Katzen und Kater, um der Überpopulation Einhalt zu gebieten.

„Hier sind schlichtweg alle Bürger aufgerufen, ihren Beitrag zu leisten“, sagt Edith Kaminski, die sich schon seit Jahren intensiv mit diesem Thema beschäftigt. Wer seine Katzen kastrieren lasse, der beweise Tierliebe und Verantwortungsbewusstsein.

Einen Appell richtet die Tierschützerin zunächst an alle Bürger, denen eine Katze zuläuft: „Diese sollte nicht einfach die Katzen füttern. Genau das ist der falsche Weg. Schon hier müssen wir ansetzen und auch diese Tier dringend kastrieren.“ Wer eine Fundkatze hat, sollte sich daher umgehend unter Tel. 0176/53511193 (täglich 10 bis 12 Uhr und 16 bis 18 Uhr) beim Katzenhaus-Team der TSGW melden.

In den Stadtrat eingebracht werden soll schon bald die Forderung, in der Kreisstadt nach dem Paderborner Modell zu verfahren. Danach sind alle Katzenhalter, die ihren Tieren Zugang ins Freie gewähren, verpflichtet, sie von einem Tierarzt kastrieren und mittels Tätowierung oder Mikrochip kennzeichnen zu lassen. Allerdings muss der Stadtrat nicht bis nach Paderborn schauen, denn ganz aktuell hat der Verdener Stadtrat am Dienstag diese Vorgehensweise beschlossen.

„Auch hier müssten wir diesen Weg einschlagen, um dem Problem endlich Herr werden zu können“, sagt Edith Kaminski. Daher sollte als Katzenhalter auch gelten, wer freilaufenden Katzen regelmäßig Futter zur Verfügung stellt: „Wir dürfen eben nicht warten, bis aus dieser einen Katze zig Tiere geworden sind, weil sie sich wild fortpflanzt.“

Ein Blick ins Katzenhaus der Gruppe untermauert schnell die Aussagen – es ist rappelvoll, fast 60 Katzen sind hier derzeit beheimatet. „100 weitere Tiere sind noch in Pflegestellen untergebracht“, erzählt Edith Kaminski. Es müsse jetzt dringend gehandelt werden, ohne Kastration gehe es nicht mehr: „Mitleid und Ausreden helfen nicht – die Lösung heißt Kastration.“

Damit spricht die Tierschützerin die Tatsache an, dass auch heute noch unerwünschter Katzennachwuchs ausgesetzt, erschlagen, ertränkt oder misshandelt werde: „Die Tiere werden wie Wegwerfware behandelt und landen im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Müll. Viele verenden durch Parasitenbefall oder Katzenschnupfen.“ Und genau diesen Umständen müsse dringend Einhalt geboten: „Das ist jedoch nur möglich, wenn die Vermehrung der Katzen gestoppt wird. Aus diesem Grund sollte möglichst schnell nach dem Paderborner Modell verfahren werden.“ Es sei nicht mehr vertretbar, dass sich die Katzen unkontrolliert fortpflanzen und am Ende vermehrt bei den Tierschützern landen.

„Natürlich ist es möglich, für die Zucht von Rassekatzen, wie es auch in Paderborn der Fall ist, auf Antrag Ausnahmen von der Kastrationspflicht zuzulassen“, betont Edith Kaminski. Voraussetzung sei hier jedoch, dass eine Kontrolle und Versorgung des Nachwuchses glaubhaft dargelegt werde.

Die Tierschützerin macht keinen Hehl daraus, zuzugeben, dass Katzen zu den Beutegreifern gehören: „Wer möchte nicht seine Vögel im Garten behalten ? Je mehr Katzen aber herumstreunen, weil sie nicht kastriert und rollig sind, umso mehr Vögel werden auch gejagt. Hier aber liegt die Schuld beim Katzenbesitzer, das Tier folgt nur seinem Trieb.“

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