HGV-Empfang: Bürgermeisterkandidaten stellen sich vor

„Kapitän muss Maschinen nicht bedienen können“

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Mit freundlichem Händedruck begrüßt: Sabine de Buhr-Deichsel und Jens-Peter Hennken. ·

Wildeshausen - Von Dierk RohdenburgZwei Bürgermeisterkandidaten gibt es bislang für die Wahl am 25. Mai in Wildeshausen. Sabine de Buhr-Deichsel und Jens-Peter Hennken stellten sich im Rahmen des Neujahrsempfangs des Handels- und Gewerbevereins (HGV) Wildeshausen am Dienstagabend vor.

Ihre Ziele sind in manchen Bereichen fast deckungsgleich: Wirtschaftsförderung, Transparenz, Verlässlichkeit und Bürgernähe. Ganz klar war jedoch die Abgrenzung zur Person des anderen. Während de Buhr-Deichsel über Erfahrung in der Verwaltungsleitung verfügt, verweist Hennken auf seine leitenden Funktionen in der Wirtschaft.

„Ich habe gute Netzwerke. Ich muss mich nicht lange einarbeiten“, warb die 51-jährige Erste Gemeinderätin aus Bohmte für sich und zählte auf, in welchen kommunalen Gremien sie ihre Kompetenzen schon eingebracht hat. „Der Unterschied zwischen Bank und Verwaltung ist nicht so groß, wie es von vielen vorgegaukelt wird“, entgegnete Hennken mit Blick auf Summen, die er verwaltet, und Mitarbeiter, die er geführt hat. „Der Kapitän muss nicht die Maschinen bedienen können, sondern navigieren.“ Deshalb sei die Wieder-Besetzung der Stelle des Ersten Stadtrates als Verwaltungsfachmann unverzichtbar.

Beide Kandidaten betonten ihre Verbundenheit mit der Kreisstadt. Während de Buhr-Deichsel von 1995 bis 2000 bereits im Stadthaus tätig war und hier im Jahr 2000 geheiratet hat, erklärte Hennken, dass er mit ganzem Herzen Wahl-Wildeshauser sei, der zweimal auf berufliche Karriere zugunsten seiner Stadt und seiner Familie verzichtet hat. „Wir haben eine tolle Stadt“, so der 47-Jährige. „Zufriedenheit ist mir wichtiger als ein prall gefülltes Bankkonto.“

Beide Bewerber um das Bürgermeisteramt wollen die Bürgerbeteiligung verbessern, den Haushalt konsolidieren und werben um die Wirtschaft. Was die Konkurrenz zwischen Westring und Innenstadt angehe, sei ein „guter Weg“ eingeschlagen worden, so de Buhr-Deichsel. „Die Neuformulierung der Wildeshauser Liste und die geplante Überarbeitung des Bebauungsplanes Westring sind ein interessanter Lösungsansatz“, betonte die 51-Jährige. Sie sei kein Freund von Arbeitskreisen, Wirtschaftsförderung sei bei ihr „Chefsache“. Sie regte an, einen Wildeshauser Gutschein zu kreieren. In Bohmte sei das mit 18 000 Exemplaren angelaufen und spüle jährlich 45  000 Euro in die Kassen des heimischen Einzelhandels.

Auch Hennken sieht die Wirtschaftsförderung als seine Hauptaufgabe. Die Stadt brauche mehr Einnahmen – unter anderem durch ein neues Industrie- und Gewerbegebiet. Er regte an, im Sommer 2015 im Rahmen eines Modellversuches zu prüfen, wie sich auf der Westerstraße von Donnerstag bis Sonnabend in der Zeit von 10 bis 19 Uhr eine Fußgängerzone auswirken würde. Zudem seien Geschäftsgemeinschaften und Patenmodelle für Existenzgründer ein vielversprechendes Modell, das er in Cloppenburg initiiert habe.

Beide Kandidaten streben eine gute Zusammenarbeit mit dem Stadtrat an. De Buhr-Deichsel warf dabei eines ihrer wichtigsten Pfunde in die Waagschale. „Gute Ideen allein reichen nicht. Der Bürgermeister hat nur eine Stimme von 33 im Rat.“ Deshalb müsse er den Rückhalt der Parteien haben. Sie kann auf die Unterstützung von fünf Ratsfraktionen zählen, die sich Hennken als Bürgermeister erst erarbeiten müsste.

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