Ausbildung an neuen Defibrillatoren

MHD jetzt auf neuen „Wegen“

Ludger Jüchter erläutert die Anwendung eines Defibrillators an der Übungspuppe.

Wildeshausen - „Weg vom Tisch.“ So lautet das Kommando des Notarztes, wenn er einen Patienten mit dem Defibrillator wiederbelebt. Ein Gerät, das eben ausschließlich in die Hände von Medizinern und Rettungssanitätern gehört. Oder vielleicht doch nicht ? „Nein“, sagen die Retter des MHD Wildeshausen, „die neuen Geräte ermöglichen jedem Bürger mit dem nötigen Grundwissen die Anwendung.“

Genau dieses Grundwissen vermittelt der Malteser-Hilfsdienst (MHD) ab 1. Juli deutschlandweit als erste Organisation. Und die Wildeshauser Retter sind dabei: Unter dem Motto „Knock on statt Knock out ! – Ein Schlag fürs Leben“ steht das neue Konzept für die Breitenausbildung in erster Hilfe. Flächendeckend wird an 480 MHD-Standorten in allen Kursen ab der zweiten Jahreshälfte der Umgang mit diesen automatisierten externen Defibrillatoren gelehrt.

Patin dieser großen Aktion ist keine geringere als Ex-Boxweltmeisterin Regina Halmich, deren Vater MHD-Stadtbeauftragter in Karlsruhe ist und deren Abbild das Werbeplakat ziert. Selbst die Frau mit dem „harten Schlag“ sagt, dass die Hemmschwelle recht hoch sei, diese öffentlichen Defibrillatoren zu nutzen.

„Genau das ist der Grund dafür, dass wir die Schulung an diesen Geräten jetzt in unsere Ausbildung aufgenommen haben“, sagt MHD-Mediensprecher Roman Kaminski. Es sei wichtig, den Bürgern die Angst zu nehmen, Hilfe zu leisten.

Wir hatten die Gelegenheit, einen dieser öffentlichen Defibrillatoren – auch das Kreishaus ist bereits damit bestückt – in der Rettungswache des MHD in Augenschein zu nehmen. „Außerhalb von Krankenhäusern ist der plötzliche Herztod die häufigste Todesursache in Deutschland überhaupt“, erzählt MHD-Ausbildungsleiter Ludger Jüchter. Bis zu 50 Prozent der Betroffenen wiesen dabei Kammerflimmern auf: „Als erster Anbieter bundesweit lehren wir nun den Umgang mit Defibrillatoren, um dazu beizutragen, die Überlebensrate zu erhöhen.“ Während er erzählt hat er das Gerät mit einem Handgriff schon „startklar“ gemacht.

Alles sieht in der Tat „kinderleicht“ aus. Plötzlich beginnt das Gerät zu sprechen, sagt dem Anwender genau, was er tun und lassen soll. Dann sogar die sehr gut verständliche Aufforderung „den Patienten nicht mehr berühren“ ähnlich des Notarzt-Kommandos „weg vom Tisch“. Denn genau das ist der Moment, in dem der Defibrillator einen Stromstoß aussendet und über die großflächigen Elektroden an den Patienten abgibt. „All das, es ist die einzig wirksame Behandlung des Kammerflimmerns, geschieht ohne das Zutun des Helfers, so dass auch keine Fehler gemacht werden können. Das Gerät gibt auch nur dann einen Stromstoß ab, wenn es wirklich erforderlich ist“, betont Jüchter. Und schon ertönt die elektronische Stimme mit den Worten „Herzdruckmassage durchführen“, wobei auch genau mitgeteilt wird, wie der Handballen auf dem Brustkorb zu platzieren ist. Zudem wird die Frequenz der Massage akustisch angegeben. „Da bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes lebenswichtige Minuten vergehen, ist es besonders wichtig, dass die Maßname der Frühdefibrillation aich von Laien durchgeführt werden kann“, appelliert Jüchter an alle Bürger, sich in der Anwendung schulen zu lassen: „Nur so kann die Hemmschwelle, das Gerät zu nutzen, abgebaut werden.“

Die Malteser rufen daher alle Bürger auf, ihre Kenntnisse in erster Hilfe mit einem Kurs aufzufrischen: „Nur so ist es möglich, in einem Notfall schnell und sicher helfen zu können.“

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