Wie das Damwild in das Waldgebiet kam / Hegegemeinschaft feiert 40-Jähriges

Vor 50 Jahren wurde der Stühe ein Stück „wilder“

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Johannes Steffens ist seit rund 30 Jahren der Vorsitzende der Damwildhegegemeinschaft Stühe und Umgebung. ·

Stühe - Derzeit sei es gut im Wald zu beobachten. „Man braucht nur etwas Glück, sollte leise sein und nicht stehen bleiben“, sagt Johannes Steffens. Die Rede ist vom Damwild, dessen Bestand sich in den vergangenen Jahrzehnten im Stühe gut entwickelt habe. Dabei gibt es dort erst seit ziemlich genau 50 Jahren Damwildvorkommen.

„1962 wurde es im Stühe ausgewildert“, berichtet der Vorsitzende der Damwildhegegemeinschaft Stühe und Umgebung, die in diesem Jahr ihr 40-jähriges Bestehen feiert.

Steffens war bis Ende vergangenen Jahres auch der Leiter der Revierförsterei Stühe. Vom dortigen ehemaligen Forsthaus zog er nur ein Gebäude weiter und ist dementsprechend immer noch häufig in dem Dötlinger Waldgebiet, das an die Gemeinde Ganderkesee grenzt, zu finden. „Auf das Thema ‚Damwild‘ werde ich oft angesprochen. Das Interesse ist nicht nur bei den Waldbesuchern groß“, sagt Steffens. Wie das Damwild, das aus dem vorderasiatischen Raum stammt, in den Stühe gelangt ist, wisse aber kaum jemand.

Bereits nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in mehreren Bereichen Niedersachsens Tiere ausgewildert. „Als Ziel nannte man damals die Bereicherung der Wildbahn durch eine weitere Art“, berichtet Steffens. Auch in Harpstedt sowie im Bereich Ahlhorn/Wildeshausen wurde in den 50er Jahren Damwild angesiedelt. „Um die Lücke zwischen diesen beiden Vorkommen zu schließen, entschied man sich auch für eine Auswilderung im Stühe“, erklärt er.

Auf Initiative des damaligen Leiters der Revierförsterei, Hans Hayen, des ehemaligen Kreisjägermeisters Dr. Schulte senior sowie des einstigen Leiters des Forst amtes Hasbruch, Hans-Hermann Klingenberg, kamen im Februar 1962 sechs Stück Damwild aus der Eilenriede aus Hannover in ein Eingewöhnungsgatter im Stühe. In der zweiten Jahreshälfte folgte ein weiteres. Ende des Jahres wurde dann das Gatter geöffnet und das Wild in die Freiheit entlassen.

„Im Stühe lebte es sich gut ein, vermehrte sich und besiedelte auch die angrenzenden Reviere“, berichtet Steffens. Schließlich ist das Damwild nicht standorttreu. „Im Vergleich zum Rehwild benötigt es einen großen Lebensraum. Wir sprechen hier über eine Wanderbewegung von 50 bis 60 Kilometern.“

Da dies eine revierübergreifende Hege und Bejagung erfordert, gründete sich 1972 die Damwildhegegemeinschaft mit 19 Jagdrevieren mit einer Fläche von 11 000 Hektar – vorrangig aus der Gemeinde Dötlingen, aber auch aus Ganderkesee und Hatten. Daneben waren das Forstamt Hasbruch mit den Revierförstereien Stühe und Hatten beteiligt. Vorsitzender war bis 1981 Hans Hayen, der dann von Steffens abgelöst wurde. Heute verfügt die Hegegemeinschaft über 29 Mitgliedsjagden mit einer Fläche von 16 000 Hektar. „Das beinhaltet fast die ganze Gemeinde Dötlingen, den Süden der Gemeinde Ganderkesee sowie den Osten Hattens“, erläutert Steffens.

Gemeinsam sei ein erfolgreiches Wildtiermanagement gelungen. Die Hege und Bejagung habe bewirkt, dass sich der Bestand, der heute auf rund 80 Stück geschätzt wird, nicht zu stark vermehrte und land- sowie forstwirtschaftliche Schäden vermieden werden konnten. · ts

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