Verkehrswacht ehrt insgesamt acht Fahrer aus dem Landkreis Oldenburg

50 Jahre unfallfrei

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Für ihr vorbildliches Verhalten im Straßenverkehr erhielten die Kraftfahrer gestern jeweils eine Urkunde. ·

Landkreis - 300 Mark zahlte Johann Buchholz, als er vor mehr als 50 Jahren seinen Führerschein machte. Theoretische Prüfung? – „Da waren ein paar mündliche Fragen, mehr aber nicht“, erinnert sich der Senior aus Großenkneten. Nach drei, vier Fahrstunden hatte er seinen „Lappen“ damals in der Hand.

„Das wäre heute natürlich anders“, gibt er zu. Nichtsdestotrotz fährt Buchholz bis heute unfallfrei. Für diese besondere Leistung wurde er gestern von der Verkehrswacht des Landkreises Oldenburg ausgezeichnet. Mit ihm geehrt wurden darüber hinaus noch sieben weitere Kraftfahrer aus der hiesigen Region.

„Sie haben sich bis dato hervorragend und vorbildlich im Straßenverkehr verhalten. Dafür bekommen Sie heute die höchste Auszeichnung, die wir zu vergeben haben“, erläuterte Lothar Döhnert, Geschäftsführer der Verkehrswacht, während der Feierstunde im Gasthaus Rönnau in Ahlhorn. Neben Johann Buchholz erhielten ebenfalls für 50 Jahre unfallfreies Fahren Erwin Ring (Wildeshausen), Georg Ellinghausen (Döhlen), Klaus Nappe (Großenkneten), Arthur Schmidt (Ahlhorn) und Monika Lüersen (Ahlhorn) eine Urkunde mit dem goldenen Loorbeerblatt. Christa Buchholz, Ehefrau von Johann Buchholz, bekam von Döhnert eine Urkunde mit einem Eichenkranz – ihr fehlen nur noch wenige Jahre, dann hat sie die 50 ebenfalls voll.

„Wichtig ist, dass Sie auch weiterhin ein Vorbild für vor allem junge Fahrer bleiben“, betonte Döhnert während seiner Ansprache. Er riet den älteren Herrschaften dazu, regelmäßig die eigene Gesundheit zu überprüfen: Augenleiden, Schwerhörigkeit, die Einnahme bestimmter Tabletten – all dies könne die Fahrtüchtigkeit negativ beeinflussen.

Dass es aber durchaus möglich ist, auch im betagten Alter noch ein Kraftfahrzeug zu lenken, zeige jeder der Geehrten in besonderem Maße, unterstrich der Geschäftsführer der Verkehrswacht. Bei der Entgegennahme seiner Urkunde berichtete Ellinghausen: „Viele der Verkehrsschilder, die ich damals lernen musste, haben bis heute die gleiche Bedeutung.“ Dass er mehr als 50 Jahre ohne Unfall gefahren ist, bedeute nicht, dass er sein Auto kaum bewege. „Ich habe das mal ausgerechnet – insgesamt bin ich etwa 2,8 Millionen Kilometer gefahren“, erzählte er.

Einmal in alte Zeiten versetzt, konnte sich auch Döhnert wieder genau erinnern: „Es gab doch damals diese Richtungsanzeiger an den Wagen, die als kleiner Stift aus der Seite hervorkamen und später von innen rot beleuchtet waren. Das wäre unter den heutigen Sicherheitsbestimmungen quasi undenkbar.“ Die Zahl der Unfälle sei mit dem Fortschritt der Technik enorm zurückgegangen – und das, obwohl die Autos immer leistungsfähiger seien, merkte der Verkehrsexperte an.

Döhnert wies auf die Wichtigkeit von Mobilität speziell für ältere Menschen hin. „Ob man nun zum Arzt, zum Einkauf oder zu seinen Enkelkindern möchte. Die Fahrt mit dem Auto ist ein Ausdruck von Lebensqualität“, sagte er. Damit Senioren auch im fortgeschrittenen Alter noch gefahrlos am Straßenverkehr teilnehmen können, erarbeit die Verkehrswacht derzeit gemeinsam mit der Polizei, dem Landkreis Oldenburg und der Polizei ein Konzept für ein Verkehrssicherheitstraining speziell für Senioren. „Die genauen Inhalte stünden zwar noch nicht fest, aber schon jetzt könne er die Teilnahme wärmstens empfehlen, betonte Döhnert gestern abschließend. · js

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