50-Jähriger hatte Ehefrau totgetreten

14 Jahre Haft haben Bestand

Oldenburg - LOHNE/OLDENBURG (wz) · Im Prozess gegen den 50 Jahre alten Mann aus Lohne, der im Februar vergangenen Jahres nach einer Haftentlassung seine Ehefrau totgetreten hatte, hat der Bundesgerichtshof (BGH) gestern die Revision des Angeklagten gegen das Urteil der Oldenburger Schwurgerichtskammer als unbegründet verworfen.

Damit hat der Oldenburger Richterspruch nun Bestand. Die Kammer unter Vorsitz von Richter Sebastian Bührmann hatte den 50-Jährigen im September vergangenen Jahres wegen Totschlags zu einer Gefängnisstrafe von vierzehn Jahren nebst anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt.

Die Verteidigung hatte in ihrer Revisionsschrift vor allem die Anordnung der zeitlich unbegrenzten Sicherungsverwahrung kritisiert – ohne Erfolg, wie sich jetzt zeigt. Das Urteil sei rechtsfehlerfrei, so der BGH.

1990 war der Verurteilte aus Russland gekommen und hatte sich in Lohne für seine Familie in Eigenleistung ein Haus gebaut. Als aber auch seine Schwiegereltern dort mit einziehen wollten, griff er 2005 zu einer Axt und schlug damit die Eltern seiner Ehefrau halb tot. Dreieinhalb Jahre Haft gab es dafür.

Der Hass saß tief. Während der Haftzeit hatte der Angeklagte angekündigt, dass weiteres Blut fließen werde. Gemeint war die „Bestrafung“ seiner Ehefrau, der er an allem die Schuld gab.

Nach seiner Haftentlassung im Januar vergangenen Jahres wurde der 50-Jährige rund um die Uhr überwacht. An seinem Fahrzeug war sogar ein Peilsender angebracht worden. Doch die Katastrophe konnte so nicht verhindert werden: Am 23. Februar vergangenen Jahres lockte der Verurteilte seine Ehefrau aus dem Haus und trat sie auf offener Straße tot.

Die Ehefrau hatte den Überwachungsmaßnahmen wenig Vertrauen geschenkt. Sie rechnete offensichtlich mit dem Schlimmsten. In größter Not hatte sie einige Tage vor ihrem Tod wichtige Familienunterlagen und ein Kleid, in dem sie beerdigt werden wollte, zu ihren Nachbarn gebracht.

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