Deborah Henkels freut sich auf das Abenteuer „Down Under“

Für ein Jahr ins Land der Kängurus

Mit nur einem Koffer wird Deborah Henkels wohl nicht auskommen. Für ihren einjährigen Aufenthalt in Australien muss sie so einiges mit in den Flieger nehmen.

Harpstedt - Von Jürgen BohlkenAls Teenager für ein Jahr in ein fremdes Land am anderen Ende der Welt? Das erfordert schon Mut und Durchhaltevermögen. Deborah Henkels freut sich gleichwohl auf dieses Abenteuer. Am 10. Juli hebt ihr Flieger in Bremen ab. Über Frankfurt und Singapur geht‘s in die australische Metropole Sydney, wo die Harpstedterin volle zwölf Monate lang das Haus mit ihrem Onkel und dessen Familie teilen wird.

„Ich finde es einfach schön, zu reisen, eine andere Kultur kennen zu lernen und eine Fremdsprache fließend zu beherrschen“, sagt die Gymnasiastin.

In Australien hat der Winter begonnen. Daher steigt Deborah Henkels am Sydney Secondary College, einer High School, in das zweite Schulhalbjahr ein. Am 19. Juli beginnt für die Tochter von Allgemeinmediziner Peter Henkels und dessen Frau Bernadette, die als Krankenschwester arbeitet, der Unterricht in der neunten Jahrgangsstufe. Da der Bruder ihrer Mutter sie bei sich aufnimmt, erübrigte sich die Vermittlung einer Gastfamilie über „Youth for Understanding“ oder eine ähnliche Organisation. So manche Hürde musste gleichwohl überwunden werden. „Das fing beim Visum an. Ich wollte es zuerst online beantragen. Schnell wurde mir klar, dass mir viele Dokumente fehlten. Daher führte dann doch kein Weg an einem schriftlichen Antrag vorbei. 23 über die australische Einwanderungsbehörde ausgedruckte Seiten hatte ich auszufüllen. Zum Glück halfen mir nicht nur Freunde, sondern auch mein Onkel in Sydney via E-Mail. Allein hätte ich das nicht hinbekommen“, gibt Deborah Henkels zu. Sie berichtet von den vielen Dokumenten, die beigelegt werden mussten – von Geburtsurkunden bis hin zu Einverständniserklärungen. Verbunden damit waren etliche Telefonate und Fahrwege. „Ich war froh, als ich das dicke Paket mit all den Unterlagen endlich verschickt hatte“, erzählt die 15-Jährige. Relativ zügig kam das Visum, und die angehende Auslandsschülerin sagte sich, dass dem Abenteuer Australien nun nichts mehr im Wege stehe.

Ihr Onkel Rafael arbeitet in der Tourismusbranche. Er wohnt mit seiner Frau und den drei Töchtern im Alter von acht, zehn und zwölf Jahren in einem kleinen Haus in einem Sydneyer Stadtteil – ganz in der Nähe des Hafens und der City. „Vor zwei Jahren war die Familie bei uns in Harpstedt zu Besuch“, erinnert sich Deborah Henkels, die seit mehr als einem Jahr Kontakt zu ihren drei Cousinen in „Down Under“ pflegt. Dass die Mädchen jünger sind als sie selbst, stört sie nicht: „Obwohl ich sie erst einmal gesehen habe, verstehen wir uns super.“ Die australische Familie rückt in ihrem Domizil enger zusammen; die Mädchen opfern für den Dauergast aus dem fernen Deutschland bereitwillig ihr „Spielzimmer“. Deborah Henkels fiebert der Zeit in der pulsierenden Metropole mittlerweile entgegen, zumal sie von vielen Seiten schon gesagt bekommen hat, Sydney zähle zu den schönsten Städten der Welt.

Mit Informationen über den Kontinent, der nun für ein Jahr ihre Wahlheimat sein wird, hat sich die Schülerin bereits eingedeckt. „Zum 15. Geburtstag bekam ich zahlreiche handliche Bücher. Eines übersetzte mir die Bedeutungen vieler Wörter aus dem australischen Slang; ein anderes vermittelte mir einen guten Eindruck von Sydney.“

Von jeher interessiert sich die Harpstedterin für Fremdsprachen, und das schlägt sich auch in ihren Schulnoten positiv nieder. Das Englisch in „Down Under“ sei durchaus manchmal schwer verständlich, sagt sie, „aber ich denke, dass mir der Schulunterricht, insbesondere der bilinguale Unterricht in Geschichte, Erdkunde und Biologie, sehr weiterhelfen wird“. Darüber, wie es der Gymnasiastin im Land der Kängurus ergeht, hält die Kreiszeitung ihre Leser auf dem Laufenden. Deborah Henkels schickt von Zeit zu Zeit Erfahrungsberichte, die im Rahmen einer kleinen Serie veröffentlicht werden.

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