2000 Fahrzeuge quälen sich täglich durch enge Straße – oft mit abenteuerlichen Geschwindigkeiten / Tempolimit beantragt

„Jagdszenen“ auf der „Purrmühle“

Nicole Windeler (l.) und ihr Mann Fred schilderten Samtgemeindebürgermeister Uwe Cordes (r.) gestern die Situation auf der „Purrmühle“. Bis zu 2 000 Fahrzeuge (1 958 Stück zählte das Messgerät des Fleckens Ende April binnen 24 Stunden) quälen sich täglich durch die enge Straße, deren Seitenränder vor allem unter dem Begegnungsverkehr stark leiden. Viele Verkehrsteilnehmer passen ihre Geschwindigkeit nicht dem Zustand der Straße an. Eine Tempo-30-Begrenzung ist beantragt.

Harpstedt - Von Jürgen BohlkenHARPSTEDT/KÖHREN · Menschen kamen noch nicht zu Schaden, aber erste Opfer haben „Jagdszenen“ auf der „Purrmühle“ gleichwohl schon gefordert. „Sechs Katzen sind überfahren worden“, sagt Nicole Windeler. Ihre Familie leidet am stärksten darunter, dass sich täglich bis zu 2 000 Fahrzeuge durch die schmale Straße quälen, um von Harpstedt-Ost nach Harpstedt-West und umgekehrt zu gelangen. Der Hof Windeler liegt direkt an der „Purrmühle“. Diese kürzeste (südliche) Umfahrung der Großbaustelle im Flecken muss extreme Beanspruchung wegen der Vollsperrung der Harpstedter Ortsdurchfahrt vertragen. Davon zeugen mittlerweile stark ausgefahrene Seitenränder.

Das größte Problem: Raser. Laut Straßenverkehrsordnung müssen die Verkehrsteilnehmer ihre Fahrweise dem Ausbauzustand der Straße anpassen. „30 Stundenkilometer wären angebracht“, sagt Samtgemeinde-Bauamtsleiter Jens Hüfner. Tatsächlich aber fahren in Richtung Bassumer Straße nur knapp acht Prozent unter 35 km/h. Etwa 35 Prozent haben zwischen 45 und 54 km/h auf dem Tacho und immerhin noch fast zwölf Prozent zwischen 55 und 69 Stundenkilometer. Das ergab zumindest eine Messung mit dem Tempomessgerät des Fleckens. „Der Rekordhalter war 78 km/h schnell. Rätselhaft, wie diese Rallye-Monte-Carlo-reife Leistung überhaupt zu schaffen ist. Es muss sich wohl um ein Motorrad gehandelt haben“, vermutet Jens Hüfner.

Nicole Windeler hat ihre eigenen Erfahrungen mit rücksichtslosen Zeitgenossen gemacht. Als sie nach der Erledigung von Einkäufen mit Tempo 30 auf der „Purrmühle“ unterwegs war, machte sie „Bekanntschaft“ mit einem Drängler, der hektisch seine Lichthupe betätigte. An welchem Tag die Straße am stärksten beansprucht werde? „Montags bis sonntags! Nur am 1. Mai hatten wir Ruhe“, sagt Nicole Windeler, und aus ihren Worten spricht Galgenhumor. Die Stoßzeiten orientierten sich am Berufsverkehr, weiß ihr Mann Fred. Von 6 bis 9.30 Uhr sowie von 15 bis 18.30 Uhr sei das Verkehrsaufkommen am höchsten.

Samtgemeindebürgermeister Uwe Cordes will mit gutem Beispiel voran gehen: Er werde ab sofort nicht mehr über die „Purrmühle“ fahren, verspricht er – in der Hoffnung, dass viele Verkehrsteilnehmer seinem Beispiel folgen. „Wenn die Leute schon nicht die offizielle Umleitung über Horstedt und Klein Ippener nehmen, dann sollten sie wenigstens die Ausweichstrecke über Holzhausen und Klein Köhren wählen“, sagt er. Der Raserei auf der „Purrmühle“ will die Verwaltung nun Einhalt gebieten. Beim Straßenverkehrsamt sei ein Tempo-30-Limit beantragt. Cordes hofft, dass die Schilder schnellstmöglich stehen. In etwa einer Woche müsste dies nach seiner Einschätzung hinzubekommen sein.

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