Ziel: Zeitdruck, Stofffülle und Prüfungszahl reduzieren

Jade-Hochschule mit neuem Modell

Oldenburg - OLDENBURG (cs) · Deutschlands jüngste Hochschule will die Uni-Landschaft reformieren: Als Antwort auf die Studentenproteste und die Beschlüsse der Kultusminister im vergangenen Jahr geht die Jade-Hochschule mit einem neuen Studienmodell an den Start. Eine neue und flexiblere Struktur sei erarbeitet worden, so die Verantwortlichen gestern in Oldenburg.

Der enorme Zeitdruck für Studenten, die Stofffülle und die Zahl der Prüfungen solle mit der Reform des Bachelor- und Mastersystems verringert werden. Die Kultusminister der Länder hatten nach Studentenprotesten im Dezember vergangenen Jahres eine radikale Reform der Bachelor-Studiengänge beschlossen.

Die Jade-Hochschule, die Standorte in Oldenburg, Wilhelmshaven und Elsfleth hat, will ab dem Wintersemester 2010/2011 in den ersten Studiengängen mit dem so genannten „8+2“-Modell starten – für den Bachelor sind also acht Semester vorgesehen, für den Master zwei. Bisher waren für einen durchschnittlichen Bachelor sechs Semester geplant.

Während die Studenten die ersten sechs Semester gemeinsam absolvieren, können sie sich nach den drei Jahren entscheiden, ob sie eher berufspraktisch oder wissenschaftlich ausgerichtet weiterstudieren wollen. Mit dem berufspraktischen Zweig entscheiden sie sich dafür, ihr Studium nach acht Semestern mit der Bachelorarbeit abzuschließen – diese können sie laut Hochschule „in enger inhaltlicher Verbindung mit einer Praxisphase, beispielsweise in einem Unternehmen, anfertigen“. Im zweiten Zweig konzentrierten sich die Studenten mehr auf die Stärkung der wissenschaftlichen Komponenten. Jedoch sei der Bachelor-Studiengang in beiden Zweigen berufsqualifizierend. Integriert sei im dritten Studienjahr ein so genanntes „Mobilitätsfenster“, in dem die Studenten ein Auslands- sowie Praxissemester absolvieren können.

Auch im Master-Studiengang gibt es noch einmal die Möglichkeit, sich eher in Richtung Wirtschaft oder Wissenschaft zu orientieren, verspricht die Hochschule. Die Masterarbeit könne entweder in Zusammenarbeit mit Forschungsprojekten der Hochschule verfasst werden. Hier seien die Studenten dann auch für die Betreuung unterer Semester verantwortlich. Alternativ könne das zehnte Semester eine Praxisphase enthalten, in Zusammenarbeit mit Unternehmen oder Organisationen sollten so „Team- und Kommunikationsfähigkeit“ gestärkt werden.

Das neue Studienmodell sei als Planungsgrundlage für alle Hochschulformen in Deutschland geeignet, hieß es in Oldenburg. Im Studiengang Meerestechnik werde es zum kommenden Wintersemester zuerst eingeführt, zum Wintersemester 2011/2012 sollten dann sämtliche Studiengänge im Fachbereich Ingenieurswissenschaften umgestellt werden. Auch in den Fachbereichen Wirtschaft und Seefahrt soll das „8+2“-Modell bald kommen. Bei anderen Studiengängen werde zurzeit die Einführung eines alternativen „7+3“-Modells geprüft, so die Hochschule gestern.

Die Jade Hochschule wurde 2009 gegründet und ist Deutschlands jüngste Hochschule. 6 200 Menschen lernen hier in 30 Bachelor- und acht Masterstudiengängen.

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