Naturschutzprojekt der Jugendgruppe des Fischereivereins Wildeshausen / Für den Naturschutzpreis beworben

Insekten checken im Hotel ein – Eidechsen entdecken ihre Sonnenbank

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Mit viel Eifer waren die Jugendlichen stets bei der Sache.

Wildeshausen - Ein richtiges Idyll am Mühlbach ist die vom Fischereiverein Wildeshausen im vergangenen Jahr gepachtete Teichanlage direkt neben der Mühle auf Gut Altona. Viele Vögel baden am Uferrand der Teiche.

Auf den Holzstümpfen sonnen sich Eidechsen, und unzählige Bienen fliegen die blühenden Wildblumen auf der Nahrungssuche an. Das brachte die Verantwortlichen im Vorstand auf die Idee, dieses Biotop nachhaltig zu fördern. Ein prima Projekt für den Anglernachwuchs, fanden auch die Jugendwarte. Sie nahmen die Naturschutzaktion ins Jahresprogramm auf. Und alle packten kräftig mit an.

Die Kinder und Jugendlichen hängten zunächst Nistkästen für die heimischen Höhlenbrüter wie Kleiber, Star, Sumpf- und Blaumeise in den alten Eichen auf. Zur Brutsaison herrschte dann schnell Hochbetrieb in luftiger Höhe. Die Vögel werden bei der Fütterung ihrer Jungen unzählige Schädlinge vertilgen. Darunter unter anderem die in Massen auftretenden grünen Raupen des Frostspanners, die für enorme Fraßschäden an Laubhölzern verantwortlich sind.

Auch eine „Eidechsen-Sonnenbank” legte die Jugendgruppe an. Zahlreiche Findlinge, die ein Vereinsmitglied nach der Umgestaltung seines Gartens kostenlos zur Verfügung stellte, wurden zu einem Wall aufgeschichtet. Die Lage wurde so gewählt, dass möglichst viel Sonne einfallen kann. Hier finden die bei uns heimischen und stark bedrohten Zaun- und Waldeidechsen Gelegenheit für lange Sonnenbäder. Außerdem können sich die Reptilien in den Zwischenräumen der Steine und Holzwurzeln verstecken und ihre Jungen zur Welt bringen.

Tierische Gäste checken jetzt auch im neuen „Insektenhotel” ein. Aus Kiefernzapfen, Schilfrohr, Bambus, hohlen Ästen und löchrigen Backsteinen entstand ein neuer Lebensraum. Denn Hummeln, Waldbienen, Florfliegen, Ohrwürmer, Schlupf- und Grabwespen werden immer seltener und stehen vielfach schon auf der „Roten Liste” der bedrohten Tierarten. Ein Grund ist unter anderem der Einsatz von Pestiziden im Acker- und Gartenbau. Außerdem sind natürliche Insektenlebensräume wie Lehmtrockenhänge oder Totholz nur noch selten vorhanden.

In den kommenden Wochen und Monaten wird sich zeigen, welche der Habitate von den Tieren gut angenommen werden. Für Aufmerksamkeit ist jedenfalls gesorgt. Viele Spaziergänger bleiben neugierig stehen und lesen die neuen Informationstafeln durch. „Vielleicht springen die tollen Ideen auf andere über”, hofft auch Jens Pfänder, der zweite Vorsitzende des Fischereivereins.

Unter dem Motto „Vogel-, Reptilien- und Insektenschutz bedeutet Biotop-Pflege und Biotop-Schutz” hat sich die Jugendabteilung für den Naturschutzpreis des Landesfischereiverbandes beworben. Aber schon jetzt lässt sich sagen: Dieses Naturschutzprojekt ist ein voller Erfolg. · eb

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