Erkennungsmarke aus Krieg gefunden

Identität des Soldaten geklärt

Hermann Wilke fand im Sommer die Erkennungsmarke des nun identifizierten Luftwaffen-Soldaten.

Ahlhorn - (ck) · Und wieder hat sich das Schicksal eines Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg geklärt: Nachdem Hermann Wilke im Sommer bei Aufforstungsarbeiten am Ortsrand von Ahlhorn eine deutsche Erkennungsmarke aus dem Waldboden zutage gefördert hatte (wir berichteten), steht jetzt fest, wem sie gehörte: Es handelt sich um den Unteroffizier Helmut Schneider, der zur Besatzung einer Junkers („Ju“) 88 gehörte und im Januar 1945 mit der übrigen Besatzung ums Leben kam: Kurz nach dem Start auf dem Ahlhorner Fliegerhorst stürzte die Maschine ab und zerschellte.

Das bestätigte jetzt ein Sachbearbeiter der „Deutschen Dienststelle“ in Berlin.

Deren Beschäftigte erreichen noch immer täglich neue Nummern von Erkennungsmarken, die zum Beispiel beim Umbetten von Kriegstoten aus Soldatengräbern oder durch Zufälle wie jetzt in Ahlhorn zum Vorschein kommen. Diese Ziffern gleichen die Sachbearbeiter mit den Unterlagen der deutschen Wehrmacht ab.

„Wir gelten als Rechtsnachfolger der damaligen Wehrmachts-Auskunftsstelle“, erläuterte der Mitarbeiter des Dezernats. Der Abgleich der von Wilke nach Berlin gefaxten Personenkennziffer ergab, dass Unteroffizier Schneider auf dem Ahlhorner Ehrenfriedhof seine letzte Ruhe fand. Er wurde nur 22 Jahre alt. Auch über den Geburtsort des Luftwaffen-Manns geben die Akten Aufschluss – doch dazu durfte die Dienststelle unserer Zeitung gegenüber aus Datenschutzgründen keine Angaben machen. Fest steht aber nach den bisherigen Recherchen in Berlin, dass an jenem 13. Januar 1945 gleich zwei Ju 88 abstürzten. Dies deckt sich mit Ahlhorner Augenzeugen-Berichten.

Das Auffinden von Schneiders Erkennungsmarkte lässt Schlüsse auf den Rest der Besatzung zu. Demnach saß Leutnant Friedrich Burghard auf dem Pilotensitz. Feldwebel Erich Bargies und Obergefreiter Harald Splittgeber vervollständigten die Crew.

Auch sie liegen nach Angaben der Dienststelle auf dem Ahlhorner Ehrenfriedhof. „Dort gibt es Gräber von Toten beider Abstürze jenes Tages“, wusste der Dienststellen-Beamte.

Hermann Wilke hat seine Suche nach weiteren Wrackteilen in diesem Waldgebiet inzwischen abgeschlossen. Mehr als 150 Einzelfunde entdeckte er zusammen mit Dirk und Steffen Faß: Vater und Sohn aus der Kneter Ortschaft Sage verfügen über einen Metalldetektor, der beim Auffinden von Tank-Teilen, Gurtzeug-Resten und weiteren Fragmenten gute Dienste erwies.

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