Oberstudienrat Rudolf Boning aufgrund einer unheilbaren Augenkrankheit vorzeitig in den Ruhestand versetzt

„Ich hätte viel lieber noch ein paar Jahre weitergemacht“

Einen Rucksack aus Lindenholz hat ein Freund dem Wildeshauser Rudolf Boning geschnitzt. ·
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Einen Rucksack aus Lindenholz hat ein Freund dem Wildeshauser Rudolf Boning geschnitzt.

Wildeshausen - So richtig freuen kann er sich nicht über die Tatsache, dass er im Ruhestand ist. Aber ein unheilbares Augenleiden zwang den Wildeshauser Oberstudienrat Rudolf Boning (60) dazu, die Berufsbildenden Schulen in der Kreisstadt vorzeitig zu verlassen: „Lieber hätte ich noch ein paar Jahre gemacht, die Arbeit mit den jungen Menschen hat mir in der Tat stets sehr viel Spaß bereitet.“

Geboren wurde er am 25. Juni 1953 in Wildeshausen. 1959 zog die Familie nach Cloppenburg, wo Boning auch seine Schulzeit bis zum Abitur, das er 1973 ablegte, absolvierte. Es folgten ein Jahr Studium in Gießen und vier Jahre Studieren in Göttingen mit dem Abschluss Handelslehrer. Sein Examen hat Boning 1979 gemacht.

Danach hat er sich mit zwei Freunden einen Traum erfüllt, er ging mit ihnen auf eine viermonatige Südost-Asien-Reise. „Allerdings haben mich die Fernreisen bis heute nicht losgelassen. Mit meiner Ehefrau habe ich schon sehr viele Touren über vier bis fünf Wochen gemacht“, erzählt Boning. Das alles stets mit dem Rucksack, ohne im Vorfeld groß Hotels oder dergleichen zu buchen. Angelehnt an dieses Hobby hat ihm jetzt ein Freund einen Rucksack aus Lindenholz geschnitzt, der auf der Treppe unter vielen Erinnerungsfotos aus aller Welt steht.

Von 1980 bis 1981 absolvierte Boning sein Referendariat an den Berufsbildenden Schulen (BBS) in Stade, wo er auch wohnte. Am 1. Dezember 1981 trat er an den BBS in der Kreisstadt seinen Dienst an. Eineinhalb Jahre pendelte er täglich von Bremen, wo er inzwischen wohnte, in die Wittekindstadt, ehe er 1983 in das Elternhaus an der Düsternstraße zog. Schwerpunkte an den BBS waren die Fachoberschule Wirtschaft, die Berufsschule Einzelhandel und das Fach Politik. Wobei die Fachoberschule Wirtschaft (Klasse 12) erst 1988 eingeführt wurde. Bis 2000 war Boning für diese Schulform verantwortlich. Im Jahr 1989 wurde er zum Oberstudienrat befördert und mit der Funktion als Fachleiter für Politik betraut.

Zudem war er von 1984 bis 2004 Beratungslehrer (Vertrauenslehrer) der Schülervertretung – gemeinsam mit Kollegin Hella Einemann-Gräbert. Vom 1. Dezember 1987 bis August 2010 saß Boning im Prüfungsausschuss der IHK für den Beruf Kaufmann im Einzelhandel.

Während der Zeit als Beratungslehrer hat er von 1996 bis 1998 mehrere Schüleraustausche mit Lettland und von 2002 bis 2009 mit Polen angeschoben und organisiert. Zudem hat sich Boning immer wieder stark gemacht für Aktionen, Ausstellungen, Filmwochen und Projekttage unter den Themen „Rote Karte gegen Rechts“, „Eine Schule zum Wohlfühlen“ oder „Für Demokratie und Toleranz in der Gesellschaft“.

Im Jahr 1991 hatte der Oberstudienrat die Idee, mit der Klasse Wirtschaft der Fachoberschule eine Studienreise nach Prag zu unternehmen: „Damit wollte ich aufzeigen, dass auch der Kontakt zu osteuropäischen Staaten wichtig ist. Ein paar Jahre später kamen dann ja die Austausche mit Lettland und Polen“, betont Boning. Wohl niemand hatte geahnt, dass die Fahrt nach Prag einmal Kult werden sollte, denn immerhin wurde diese Tour insgesamt 17 Mal unter Bonings Federführung unternommen.

„Für mich hat sich die Welt seit dem Wegfall der Mauer im November 1989 grundlegend verändert. Die Schüler müssen auf ein globalisiertes und multikulturelles Denken vorbereitet werden – mit Fach-, Medien- und Sozialkompetenzen. Diese stärken auch unser demokratisches System.“

Zurückblickend seien es sehr schöne Jahre gewesen: „Ich denke, dass ich stets ein sehr persönliches und kommunikatives Verhältnis zu den Schülern hatte.“ Boning ist seit 25 Jahren verheiratet und hat zwei Söhne (22 und 24). · jd

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