Gestern Abend, Glockenschlag 20 Uhr: Hunte-Eisschollen-Wette an der Landskrone in der Wittekindstadt

Hunte plätschert leise vor sich hin

Zum 49. Mal traf sich die Wettgemeinschaft.

Wildeshausen - Von Joachim Decker· Ein dreifaches „Gut Scholle“ hallt durch Zwischenbrücken. Für die Anwohner, die sich nicht an der Landskrone an der Hunte eingefunden haben, ein Zeichen dafür, dass wieder die Hunte-Eisschollen-Wette über die Bühne geht. Aber diese kommt eigentlich eine Woche zu spät, denn die Hunte „geiht“ wieder.

Es ist Glockenschlag 20 Uhr, als sich die zehnköpfige dunkel gekleidete Wettgemeinschaft an der Landskrone einfindet und mit „Gut Scholle“ begrüßt. Erstmals dabei sind Jochen Meyer, Helmut Rang und Heiner Hüls. Genau gerechnet ist es bereits die 49. Wette, die vollzogen wird, 1962 kam erstmals die Idee auf, dass eine Gruppe „ausgewählter“ Wildeshauser darauf wetten könnte, ob die Hunte geiht oder steiht. Erstmals traf sich die Gruppe also 1963 an der Hunte, und seither wird dieses Prozedere alljährlich am 11. Januar vollzogen.

„Damals hat wohl keiner so daran geglaubt, dass die Aktion, die aus einer Bierlaune heraus entstanden ist, so lange Bestand haben wird“, sind sich die Wettbrüder einig. Mit leckeren 70 Käsehäppchen und einem „Kurzen“ wird die Wette eingeläutet. Wobei alle wissen, dass es nur noch eine Formsache ist, denn die Hunte plätschert leise vor sich hin. So, wie im Wildeshauser Lied besungen wird. Den Beweis muss nach den Statuten nun einmal der rund fünf Kilogramm schwere Eisblock erbringen, der wenig später mit einem lauten Plantschen in den Fluten versinkt.

Kurz darauf wird ein wenig in der Vergangenheit gekramt. Noch sehr gut können sich die Wettbrüder erinnern, dass es in einem Jahr Schriftführer Edo Hakemann möglich war, das Eis der Hunte zu betreten.Auch im Jahr 2009 führte die Hunte so viel Eis, dass der Eisblock auf den Schollen zersprang.

Spannend wird es im Anschluss im Restaurant Wolters, wo die Sieger der Wette bekannt gegeben werden. Denn jeweils im Vorjahr muss jedes Mitglied einen Umschlag mit seinem Namen versehen. Darin enthalten ist ein Zettel mit der Aufschrift „steiht“ oder „geiht“. „Es niemand, für was er stimmt. Die Zahl der Stimmen ist stets ausgeglichen“, erzählt Gerhard „Gerti“ Lübben, der Hakemann vertreten muss. Das hat auch seinen guten Grund, denn die Verlierer haben die Zeche zu bezahlen. Traditionell gibt es neben flüssiger Nahrung für jeden ein halbes Hähnchen und ein Brötchen. Im kommenden Jahr soll die 50. Eiswette groß gefeiert werden.

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