Pläne für Rettungswache und Polizeistation

So soll Hude wieder zusammenwachsen

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Bürgermeister Holger Lebedinzew (von links) spricht mit den Architekten Achim Wiechmann und Hermann Dunkler-Gronwald über die Pläne. 

Hude - Von Ove Bornholt. „Die neue Rettungswache und Polizeistation hat Hude wie kein zweites Projekt gespalten“, sagte Bürgermeister Holger Lebedinzew am Montagnachmittag, als er die Baupläne gemeinsam mit zwei Architekten vorstellte. Er hofft, dass „der Ort durch das Gebäude wieder zusammenwächst“.

Die Bauarbeiten für die neue Rettungswache/Polizeistation starten voraussichtlich Ende August oder Anfang September an der Parkstraße in Nachbarschaft zum Feuerwehr- sowie zum Rathaus – und zum DRK, das lange Jahre eine Rettungswache in seinem Gebäude betrieben hat. Das durfte das Rote Kreuz aber nicht mehr, nachdem Unstimmigkeiten bei den Abrechnungen mit dem Landkreis Oldenburg aufgeflogen waren. Letzterer ist Träger des Rettungsdienstes und vergab den Auftrag für Hude nach dem DRK-Skandal an die Johanniter. Die fahren seitdem vom Reiherholz, ein wenig außerhalb von Hude, ihre Einsätze.

Eine Übernahme des DRK-Domizils durch die Johanniter erwies sich als nicht möglich. In dem Gebäude befindet sich nämlich der Sitz des DRK-Kreisverbands. Die Debatte über eine Nachnutzung wurde intensiv, man könnte auch sagen erbittert geführt. Neben der Gemeinde saß auch der Landkreis mit am Tisch. Letztendlich entschied sich die Huder Politik im vergangenen Herbst für einen Neubau – mit 19 zu zwölf Stimmen im Gemeinderat.

Die Kosten belaufen sich auf rund 1,75 Millionen Euro. Da das zweistöckige, verklinkerte Gebäude für 15 Jahre an den Landkreis und die Polizei vermietet wird, sind langfristige Mieteinnahmen gesichert. Über diese soll der Bau refinanziert werden. Wobei: Streng genommen müsste man von zwei Gebäuden sprechen. Die Polizeiwache muss eine eigene Wasser-, Strom- und Wärmeversorgung haben. Zwei Auffahrten sorgen dafür, dass die Beamten bei ihren Einsätzen nicht so leicht blockiert werden können. Und als kleines Schmankerl oben drauf: Die Beamten räumen ihre bisherige Wache, die nur ein paar Meter entfernt ist. Dort können dann Verwaltungsmitarbeiter einziehen und so das aus allen Nähten platzende Rathaus entlasten. Auch wenn die Pläne für viele wie eine Win-Win-Situation wirken, hätte so mancher lieber eine Vereinbarung mit dem DRK geschlossen.

Aber dazu wird es nicht kommen. Wenn der Landkreis den Bauantrag, der seit vergangener Woche vorliegt, genehmigt, können die Bagger bald rollen. Die Inbetriebnahme der Wache/Station ist für Mitte/Ende 2019 geplant.

Und wenn sich in den kommenden Jahrzehnten ein ähnlicher Skandal wie um die Abrechnungspraxis des DRK wiederholen sollte, ist Hude gerüstet. „Die Gemeinde bleibt Eigentümer und wird den Daumen drauf haben“, versicherte Lebedinzew am Montag. Gebranntes Kind scheut das Feuer, könnte man auch sagen.

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