Raumnot in Sandkrug

Landkreis stellt Hilfe für „Sondersituation“ an der Waldschule in Aussicht

Hude - Von Ove Bornholt. Besonders die CDU hatte „Bauchschmerzen“, am Ende waren sich aber alle Mitglieder des Kreis-Schulausschusses, der am Dienstagabend in Hude tagte, einig: Der Landkreis Oldenburg soll der Gemeinde Hatten beim Ausbau der Waldschule in Sandkrug finanziell unter die Arme greifen. 

Wie viel der 3,1 Millionen Euro schweren Investition aus dem Kreis-Etat gestemmt werden soll, steht jedoch noch nicht fest. Landrat Carsten Harings hatte zuvor von einer landkreisweit einzigartigen „Sondersituation“ gesprochen.

Der eigentliche Knackpunkt liegt allerdings gar nicht in der Gemeinde Hatten, sondern in der Nachbarkommune Wardenburg. Die dortige Integrierte Gesamtschule (IGS) ist für viele Eltern nicht die erste Wahl. Lieber schicken sie ihre Kinder an eine Oberschule. Und die Waldschule in Sandkrug liegt am dichtesten dran. Fast 300 Wardenburger machen sich jeden Tag auf den Weg in die Nachbarkommune. Sie stellen inzwischen 40 Prozent aller Waldschüler.

„Aktuell prekäre Raumsituation“

Was die laufenden Kosten angeht, gibt es eine Vereinbarung, aber die Sandkruger Schule hat ein Platzproblem oder eine „aktuell prekäre Raumsituation“, wie es im Verwaltungsdeutsch heißt. Der Bedarf umfasst unter anderem vier allgemeine und zwei Fachunterrichtsräume. Die Gemeinde Hatten geht von Kosten in Höhe von 3,1 Millionen Euro aus, die sich auch durch die Installation einer neuen Heizungsanlage ergeben. 

Nach dem Willen des Ausschusses soll sich die Kreisverwaltung nun mit den Kollegen aus Hatten zusammensetzen und einen „tragfähigen Entwurf“ zur Erweiterung der Waldschule abstimmen. Anschließend soll dieser den Kreisgremien erneut zur Beratung vorgelegt werden. In jedem Fall will der Landkreis allerdings die Hälfte der Kosten für Containerklassen, die die Übergangszeit abdecken, übernehmen.

Für Klaus Budzin (SPD/Harpstedt) handelte es sich um einen „wunderbaren Vorschlag“, und auch Hilko Finke (Grüne/Hude) signalisierte die Zustimmung seiner Fraktion.

CDU befürchtet Begehrlichkeiten

Für Hartmut Post (CDU/Harpstedt) stellte sich die Frage: „Müssen wir in der Folge mit mehr Sondersituationen rechnen?“ Die Stadt Wildeshausen klage ja auch, weil sie als einzige Kommune im Landkreis eine Haupt- und eine Realschule unterhalten müsse. Parteifreund Dirk Vorlauf (Hude) sprang Post zur Seite. „Bei einer finanziellen Unwucht müssen wir auch andere Schulen in den Blick nehmen.“

Allerdings verwies Niels-Christian Heins (FDP/Hatten) darauf, dass „die Begehrlichkeiten aus Wildeshausen auch ohne diesen Antrag zur Waldschule im Anmarsch sind“. Landrat Harings räumte ein, es werde immer mal wieder ähnliche Interessen geben. „Ob berechtigt oder nicht, muss man dann im Einzelfall sehen.“ Und Wildeshausen könne sich anders als die Gemeinde Hatten rechtlich gegen die Beschulung von Jugendlichen aus Nachbargemeinden wehren.

Zum Hintergrund: Der Landkreis ist nur für Schulen in seiner Trägerschaft zuständig. Die Oberschulen sind aber bei den Gemeinden angesiedelt. Investitionen an diesen werden seit Abschaffung der Kreisbaukasse nicht mehr aus dem Kreis-Etat finanziert.

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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