In der Deichschäferei von Sven Scheffler herrscht in diesen Wochen Hochbetrieb

Osterlämmer rund um die Uhr

Ein Mutterschaf mit zwei jungen Lämmern.
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Nur wenige Tage alt sind diese jungen Lämmer. Bald geht es für sie mit ihren Muttertieren und dem Rest ihrer Herde hinaus ins Freie.

Holle – Die vielen Arbeitsstunden sieht man ihnen fast nicht an: In den acht Wochen um Ostern herrscht für Schäfermeister Sven Scheffler aus Holle und seine Frau Jennifer Rohde Hochsaison – jetzt lammen in dem Betrieb am Huntedeich in der Gemeinde Hude rund 1 300 Schafe, bringen ihren kleinen, bereits leicht flauschigen Nachwuchs auf die Welt. 2 000 Lämmer waren es im vergangnen Jahr.

Die Schafzucht ist noch ein Familienbetrieb – das macht sich insbesondere während dieser Phase bemerkbar: denn jetzt müssen alle mit ran. „Wir kommen im Monat jeder auf rund 400 Stunden“, sagt der junge Schäfermeister über sich und seine Frau. Rund um die Uhr halte sich immer mindestens eine Person in dem Stall auf, seine Eltern übernehmen den Nachtdienst. „Wir haben Schichtbetrieb“, ergänzt seine Frau, „die Schafe sind nie allein.“ Und weiter: „Es ist natürlich eine harte Zeit, aber es ist eine tolle Zeit. Wir freuen uns darauf“, sagt Rohde.

Zunächst seien die „Altschafe“ an der Reihe, dann nach und nach die jüngeren Tiere. Meist laufe die Geburt völlig natürlich ab, nur selten müsse eingegriffen werden, berichtet das Ehepaar weiter. Die zeitliche Dauer sei höchst unterschiedlich, könne maximal zwölf Stunden dauern. Bis zu vier Lämmer könne ein Schaf auf einmal zur Welt bringen. Ist der tierische Nachwuchs erst einmal da, kommt das Mutterschaf mit den Lämmern zunächst in eine Einzelbucht. Das ermögliche es ihnen, eine Bindung aufzubauen, erläutert Scheffler. Zudem könne so besser kontrolliert werden, ob die Kleinen die erste Milch getrunken haben. Nach einem Tag geht es dann mit mehreren Schafen und deren Nachwuchs in eine Achter- und dann in eine 16er-Bucht. Dass manche Leute Ostern mit Lammbraten verbinden, sei eigentlich etwas widersinnig, sagt er. Denn die kleinen Schafe wiegen nur wenige Kilogramm, wenn sie auf die Welt kommen. Gleichwohl sind sie bereits hervorragend isoliert, auch wenn ihnen die dichte Wolle natürlich noch fehlt.

Zum weiden raus auf den Deich

Und so kommen sie denn auch nach vier bis sechs Tagen bereits ins Freie. „Die Tiere wollen draußen sein“, weiß der Fachmann. In seinem Stall würden sie sich zwar nicht schlecht fühlen, „doch draußen fühlen sie sich besser“. Wer in diesen Tagen am Huntedeich entlangfährt, kann dort den Schafen mit ihren Kleinen beim Grasen zuschauen. Die Tiere sind bis auf zwei, drei Wochen das ganze Jahr über im Freien. Nach einem halben bis einem Jahr sind sie dann in der Regel schlachtreif, so Scheffler weiter. Doch geschlachtet werden die Tiere früher oder später auf jeden Fall: Scheffler züchtet seine Tiere für die Fleischproduktion. Das geschieht dann übrigens nicht allzu weit von ihren Weiden entfernt, erzählt Rohde: nämlich bei der Fleischerei Tonn in Wildeshausen. Doch wollen Schefflers nicht nur in der Fleischproduktion tätig sein: „Wir werden in die Direktvermarktung einsteigen“, berichtet der Schäfermeister, „dann sind wir näher am Endverbraucher.“ Spätestens im Sommer soll es so weit sein.

Aktuell hilft eine Tiermedizinstudentin aus Gießen auf dem Hof mit, sie absolviert ein Praktikum. An sich nichts Besonderes, möchte man meinen: Doch die junge Frau ist Veganerin. Mag das zunächst etwas ungewöhnlich erscheinen, ist es für Rohde nichts Besonderes. Denn sie ist selber Vegetarierin, wie sie abschließend berichtet. In einem Betrieb zu arbeiten, der letztlich der Fleischproduktion dient, ist für sie kein Problem – denn sie wisse ja, wie es den Schafen hier erginge. „Wenn ich früher gewusst hätte, wie Landwirtschaft auch aussehen kann, würde ich vielleicht heute noch tierische Produkte essen“, befindet sie. Und daher mache es ihr auch nichts aus, etwa für alle das gemeinsame Mittagessen zuzubereiten.  fra

Gemeinsame Sache: Jennifer Rohde und Sven Scheffler (M.) und ihre Mitstreiter in dem großen Stall am Huntedeich.
Zum lammen werden die Schafe in den Stall gebracht.

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