Rettungsdienst-Nachfolge in Hude und Ganderkesee geklärt

Landkreis und DRK blicken gemeinsam in die Zukunft

DRK-Geschäftsführer Michael Venzke, Hudes Bürgermeister Holger Lebedinzew, DRK-Vorsitzender Gerold Sprung und Landrat Carsten Harings (von links) haben Lösungen für das DRK, den Landkreis und die Gemeinde Hude gefunden. - Foto: bor

Hude - Von Ove Bornholt. In einem vierstündigen Spitzengespräch haben die Kreisverwaltung und das Deutsche Rote Kreuz (DRK) sowie die Gemeinde Hude die Probleme der Rettungsdienst-Nachfolge in Hude gelöst.

Übergangsweise übernehmen die Johanniter die Rettungswache in Hude und die Malteser die Rettungswache in Ganderkesee sowie den Ärztestandort in Bookholzberg. Und zwar vom 1. Januar bis voraussichtlich zum 1. August. Bis dann soll eine bald beginnende Ausschreibung für die mehrjährige Ausübung des Rettungsdienstes an den drei Standorten beendet sein. Auf diese kann und wird sich auch das DRK bewerben, dem der Landkreis zum Ende dieses Jahres als Träger des Rettungsdienstes in den Gemeinden Hude und Ganderkesee gekündigt hatte (wir berichteten).

Der Kreisverband kann sich als juristische Person zwar nicht an der Auschreibung beteiligen, solange die Affäre um zu hohe Abrechnungen nicht aufgearbeitet ist, aber als GmbH oder Bietergemeinschaft ist dies durchaus möglich. Bei den zu viel abgerechneten Geldern handelt es sich laut DRK-Vorsitzendem Gerold Sprung um 250 000 bis 300 000 Euro für die Jahre 2013, -14 und -15. Die Jahre 2011 und 2012 würden noch geprüft. Zuerst war die Rede von 500 000 Euro gewesen, einige Medien hatten gar von 1,5 Millionen Euro pro Jahr berichtet.

In diesem Zusammenhang betonten Sprung und Landrat Carsten Harings, dass „ganz wenige Akteure des Kreisverbands den Schaden verursacht haben“. Es sei aber kein Geld in die eigene Tasche, sondern in den allgemeinen Topf des DRK geflossen, sagte Sprung.

Symbolisch saßen der Ehrenamtliche und Harings mit Hudes Bürgermeister Holger Lebedinzew und dem hauptamtlichen DRK-Geschäftsführer Michael Venzke am Freitag Seite an Seite im Trauzimmer des Rathauses in Hude, als sie die Details der Lösung mitteilten. Der Raum war bewusst gewählt worden. „Wir heiraten zwar nicht, aber wollen gemeinsam in die Zukunft blicken“, sagte Lebedinzew.

Aber erst einmal geht es in die Vergangenheit: Der DRK-Kreisverband Oldenburg-Land besitzt in direkter Nähe zur Feuerwehr und dem Rathaus in Hude ein Gebäude, das als Rettungswache und Geschäftsstelle dient. Die Gemeinde Hude und der Landkreis wollten, dass die Johanniter diese Wache nachnutzen, das DRK war aber nicht bereit, den Raum herzugeben. Denn mit einer Rettungsdienstschule und der Ausbildung von Pflegekräften plant der Verband, Geschäftsfelder zu erschließen beziehungsweise zu vertiefen, um seine Zukunft abzusichern. Und eben dafür braucht er den Raum.

Die in dem vierstündigen Spitzengespräch von Vertretern der drei Akteure ausgehandelte Lösung sieht vor, dass die Gemeinde Hude ein Gebäude zwischen Rathaus und Rettungswache baut, dessen Räume das DRK für den Verlust der Rettungswache entschädigen. In diese soll der neue Rettungsdienst-Träger einziehen. Es liegt bereits ein Beschluss des Huder Verwaltungsausschusses (VA) über Planungskosten von 50 000 Euro vor, sodass die Gemeinde – in Abstimmung mit dem DRK – das neue Gebäude so schnell wie möglich realisieren kann.

Die Baukosten sollen über die Miete, die das DRK zahlt, refinanziert werden. Was die Rettungswache angeht, drängt der VA auf den Kauf des Gebäudes, das DRK will aber lieber vermieten. Trotz der unterschiedlichen Ansichten sind beide Seiten optimistisch, sich zu einigen. „Ich habe keine Zweifel, dass wir uns verständigen“, sagte Sprung.

Für den Landkreis ist die Nachnutzung der Rettungswache wichtig. Wenn dem nicht so wäre, müsste eine ergebnisoffene Bedarfsanalyse zeigen, wo der beste Standort für eine Wache ist. Das heißt, denkbar wäre dann eine permanente Verlagerung der Wache aus dem Huder Ortskern gewesen. Das war auch nicht im Interesse der Gemeinde.

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