Bahnübergang in Wüsting

Jahrelange Debatte und immer weiter steigende Kosten

Einer der beiden Fahrstreifen auf dem Bahnübergang ist recht schmal für Fußgänger und Radfahrer. - Foto: bor

Wüsting - Seit mehr als zehn Jahren diskutieren der Landkreis Oldenburg und die Gemeinde Hude schon mit der Deutschen Bahn über mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer beim Bahnübergang auf der Hauptstraße (K 348) in Wüsting. Passiert ist bisher wenig.

Aber die geplanten Kosten für die gewünschte Umgestaltung sind von 150.000 auf bis zu 710.000 Euro gestiegen. Nun wollen Kreis und Kommune endlich zu einem Ergebnis kommen.

Separater Bahnübergang für Fußgänger und Radfahrer im Gespräch

Die Hauptstraße quert inmitten des Dorfes die Bahnline von Hude nach Oldenburg. Es handelt sich um einen „neuralgischen Punkt“, meint Dieter Hahn, Leiter des zuständigen Amts für Bodenschutz und Abfallwirtschaft beim Landkreis. Auf der einen Seite gibt es zwar einen Geh- und Radweg im Besitz des Kreises, der breit genug ist, doch auf der anderen Seite wird es eng. Der dortige schmale Weg gehört der Gemeinde.

Hinzu kommt die kurz nach dem Bahnübergang auf die Hauptstraße einmündende Bahnhofstraße. Vor allem, wenn landwirtschaftliche Gespanne oder Lastwagen abbiegen und entsprechend ausschwenken, bleibt wenig Platz für Fußgänger, so Hahn.

Als Lösung ist ein separater Bahnübergang für Fußgänger und Radfahrer im Gespräch. Und das schon eine ganze Weile. „Die unzureichende Situation am Bahnübergang beschäftigt den Landkreis und die Gemeinde schon seit gut einem Jahrzehnt“, heißt es in der Vorlage für die Sitzung des Ausschusses für Gemeindeentwicklung und Umwelt, der sich am Mittwoch ab 16 Uhr im Feuerwehrhaus in Hude mit dem Problem befasst.

Andauernde Diskussionen, steigende Kosten

Und das nicht zum ersten Mal. Nachdem es im Jahr 2009 nach ersten Gesprächen noch so schien, als ob der Bau eines separaten Bahnübergangs relativ unproblematisch umsetzbar wäre, hatte die Gemeinde die Investitionen eingeplant. Damals ging man noch von Kosten in Höhe von 150.000 Euro aus. Grundsätzlich sicherte der Landkreis zu, ein Viertel zu übernehmen, den Rest sollte die Kommune tragen.

Allerdings zog sich die Diskussion mit der Bahn in den folgenden Jahren erheblich in die Länge. Problematisch aus Sicht des Unternehmens war unter anderem, dass der Bestandsschutz für den Bahnübergang wegen der Bauarbeiten wegfallen könnte. Auch wünschte die Bahn eine eingehende Verkehrsuntersuchung. Die Kosten stiegen nach und nach auf 240.000 Euro. Auch weil eine Nachrüstung der Kameraanlage notwendig sein sollte.

Gesprächsversuche mit der Bahn: Landkreis unzufrieden

In den folgenden Jahren versuchte der Landkreis, sich mit der Bahn abzustimmen, was die Details angeht. Das erwies sich als nicht so einfach. Erst galt es, entsprechende Ansprechpartner zu finden, dann wechselte ein Sachbearbeiter. Amtsleiter Hahn spricht diplomatisch von „langen Zeithorizonten bei der Bahn“. Die Forderung des Unternehmens, den Planungsentwurf wegen der Sicherheitstechnik zu überarbeiten, zog das Ganze nochmals in die Länge.

Zurzeit sieht es so aus, dass eine Nachrüstung mit einer Bahnübergangssteuerungslage in Betracht gezogen wird. Auch eine Verlegung der Einmündung der Bahnhofstraße ist nicht vom Tisch. Beides würde teuer werden. Schlechtestenfalls gehen die Planer von 710 000 Euro aus, die für die Gesamtmaßnahme fällig werden.

Nun wollen Kreis und Gemeinde die Planung zum Abschluss bringen und eine genaue Kostenkalkulation haben. Anschließend soll entschieden werden, ob eine Umsetzung für diesen Preis noch Sinn macht.

bor

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