Gedenkveranstaltung in Hude: Hermann Bokelmann fordert Einsatz für Frieden

„Kriege sind immer sinnlos“

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Hermann Bokelmann (l.) hielt eine eindringliche Rede bei der Gedenkveranstaltung in Hude.

Hude/Landkreis - Genau 70 Jahre ist es her, dass bei den letzten Kämpfen im Landkreis Oldenburg etwa 200 deutsche Soldaten ihr Leben ließen – in einem Krieg, der längst verloren war. Am Dienstagabend gedachten die SPD-Senioren „60plus“ und die Huder Sozialdemokraten dieser Opfer an den Gräbern der 29 Soldaten,die in der Gemeinde Hude vom 26. bis zum 28. April 1945 zu Tode kamen.

„Die Kriegsgräber im Landkreis sind ein Beweis dafür, dass diejenigen, die uns 1939 ins Verderben stürzten, 1945 nicht den Mut fanden, dieses Sterben zu beenden, als bereits alles verloren war“, sagte Hermann Bokelmann, Vorsitzender der SPD-Senioren im Landkreis, bei der Gedenkstunde. , appellierte er, sich stets für den Frieden einzusetzen, der keine Selbstverständlichkeit sei.

Bokelmann, der am Kriegsende 16 Jahre alt war, betonte, dass seine Generation die letzte sei, die aus persönlicher Erfahrung mahnen und warnen könnte. „Wir Alten wollen und müssen dafür sorgen, dass die Toten nicht vergessen werden. Wir rufen besonders junge Menschen auf: Sorgt für Frieden!“

Besorgt zeigte er sich über die Situation in der Ukraine und warnte vor dem erneuten Entstehen von „Machtblöcken“. „Wir wollen keinen Krieg, auch keinen kalten und auch keinen Handelskrieg – wir wollen ein friedliches Europa.“

Als beschämend bezeichnete Bokelmann gerade angesichts der heutigen Flüchtlingsströme, dass die Völkergemeinschaft – organisiert in der UNO – nicht in der Lage sei, dafür zu sorgen, dass Völkermord, wo auch immer, verhindert wird. „Die Krisenherde der Welt müssen befriedet werden, damit die Menschen nicht aus ihrer Heimat fliehen müssen.“

Deutliche Worte fand Bokelmann auch zum aufkeimenden Nationalismus und Rechtsextremismus in Deutschland: „Nach der Nazi-Diktatur wollten viele nur ‚Mitläufer‘ gewesen sein. Wer heute meint, dass er bei Pegida oder einer anderen -gida nur mitlaufen kann, der irrt. Er macht sich mitschuldig an Menschenhass und Fremdenfeindlichkeit.“

Der ehemalige Landrat erinnerte auch an die zahlreichen Gräber mit der Aufschrift „Unbekannter Soldat“. Viele Eltern oder Ehefrauen hätten nie erfahren, wo ihr Sohn oder Mann begraben ist. Einen Kranz legten die Anwesenden nicht nieder. Stattdessen wollen sie Geld an die Kriegsgräberfürsorge spenden.

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