Gebäude könnte ab März für Unterbringung oder als Puffer dienen

Kreis will Halle vom OOWV in Hude für 200 Flüchtlinge

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Symbolfoto: dpa

Hude - Von Ove Bornholt. Offenbar ist der Landkreis Oldenburg bei seiner Suche nach einer Alternative zur Nutzung von Turnhallen als Flüchtlingsunterkunft vorangekommen.

Der Kreis verhandelt derzeit mit dem Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV) darüber, ab März eine Halle in Pfahlhausen bei Hude als Unterkunft für etwa 200 Flüchtlinge zu nutzen. Ziel sei es, die Turnhallen in Wildeshausen freizubekommen, betonte Kreis-Sprecher Oliver Galeotti am Dienstag auf Nachfrage. Der Landkreis ist schon länger auf der Suche nach Alternativen. Offenbar ist er jetzt in Hude fündig geworden und führt mit dem OOWV Gespräche über die Miete und die Laufzeit der Unterbringung. „Es muss wirtschaftlich sein, wenn wir die Halle umrüsten“, sagte Galeotti.

Wer ab März dort einziehen soll, ist allerdings noch unklar. Die Amtshilfe für das Land, für die knapp 500 Betten in den Wildeshausen Hallen zur Verfügung stehen, ist bis zum 15. Februar befristet, wurde allerdings schon mehrfach verlängert. Denkbar wäre auch, dass das Gebäude in Hude als eine Art Puffer dient. Nämlich für den Fall, dass das Amtshilfeersuchen im Februar ausläuft, die Landesregierung aber nach dem Winter erneut schnell Asylbewerber verteilen muss, weil die Flüchtlingszahlen wieder steigen. Dann müssten nicht quasi über Nacht Turnhallen gesperrt werden. „Wir sind vorsichtig geworden, was Prognosen angeht“, begründete Galeotti, warum der Landkreis sich nicht festlegen will, wie genau das Gebäude genutzt werden soll.

Hudes Bürgermeister Holger Lebedinzew gibt zu verstehen, dass er nicht gerade gejubelt habe, als er von den Absichten des Landkreises erfuhr. „Aber wenn es eine Erstaufnahme im Rahmen der Amtshilfe ist, dann sind wir solidarisch.“ Er verstehe, dass der Landkreis unter Druck stehe, da die Turnhallen der BBS und des Gymnasiums nicht für den Sport zur Verfügung stünden. Es sei dennoch nicht so, „dass Hude sich darum gerissen hat“.

Den Verwaltungschef beschäftigen die Unwägbarkeiten, die mit der Unterkunft verbunden sind. Zum Beispiel, wie viele der Flüchtlinge in Hude bleiben könnten. Für die bräuchte es dann ja auch Schul- und Kindergartenplätze. Überhaupt stelle die Eingliederung der Neuankömmlinge die Kommunen vor eine große Herausforderung. „Wenn die Integration auf dieser Ebene nicht gelingt, dann scheitert sie.“

Bis Menschen in die alte Wasserzählerwerkstatt einziehen können, sind allerdings noch einige Arbeiten nötig. Der OOVW nutzt die Halle, in der ein Hersteller früher Zähler geprüft und gebaut hat, aktuell nicht.

Wichtig sei, dass die Halle beheizbar ist, betonte Kreis-Sprecher Galeotti. Ziel sei es, ähnlich wie in den von Flüchtlingen bewohnten Hallen in Wildeshausen einzelne Abteile voneinander abzutrennen, um den Asylbewerbern zumindest ein bisschen Privatsphäre zu ermöglichen. Auch müssten die bestehenden Sanitäranlagen erweitert werden. Gleichzeitig sollen Sozialräume entstehen. Als Betreiber ist das Deutsche Rote Kreuz (DRK) im Gespräch.

Der Standort liegt ein wenig außerhalb von Hude. Bis zum Ortskern und zum ersten Supermarkt sind es rund zweieinhalb Kilometer. „Das ist im Winter zu Fuß oder ungeübt auf dem Fahrrad natürlich nicht spaßig“, so Lebedinzew.

Einschränkungen wie diese seien hinzunehmen, meinte Galeotti. „Wir werden es nicht schaffen, allen Leuten gerecht zu werden. Es gibt keine perfekte Lösung“, so der Kreis-Sprecher.

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