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Flüchtlingsunterkunft in Hude: 153 Plätze sind vorbereitet

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Ein Raum mit Doppelbetten..
Einblick in einen Schlafraum der Einrichtung in Hude, die das Rote Kreuz im Auftrag des Landkreises betreut. © Franitza

Hude – „Notfallmäßig könnten wir sofort Leute hier aufnehmen“, sagt Achim Theuergarten vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) am Mittwochmorgen. Er ist der Leiter der seit wenigen Tagen reaktivierten Notunterkunft des Landkreises Oldenburg, gelegen kurz vor der Ortsgrenze Hude. Am Freitag vergangener Woche sei der Anruf von der Kreis-Verwaltung gekommen, die Gebäude und Container auf einen neuen Einsatz vorzubereiten. Über das Wochenende hinweg habe er mit Helfern des DRK die Unterkunft vorbereitet und auf Vordermann gebracht.

Wann und vor allem wie viele Flüchtlinge nach Hude kommen, und ob darunter auch Vertriebene aus der Ukraine sein werden, sei gegenwärtig noch nicht abzusehen, berichtete Kreis-Sozialdezernent Jürgen Ohlhoff bei einem Rundgang durch die Anlage. Mit dabei waren unter anderem Christiana Dölemeyer, Leiterin des Amtes Teilhabe und Soziale Sicherung des Landkreises, und Hudes Bürgermeister Jörg Skatulla.

Maximal 153 Personen können in dem Gebäude, das einst als Zählerwerkstatt des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbandes genutzt wurde, beherbergt werden. 25 Zimmer gibt es in dem funktional sehr schlicht gehaltenen und ausgestatteten Hauptgebäude. Die meisten davon, so Theuergarten, seien Vier- und Sechs-Bettzimmer. Hinzu kommen zwei Räume für eine Achter- und eines für eine Doppelbelegung. Für alle Bewohner steht dort ein großer Aufenthaltsraum sowie eine Sanitätsstation, in der zeitweise ehrenamtliche Ärzte tätig sein werden, zur Verfügung.

Duschen, Waschräume und Toiletten sind nach Geschlechtern getrennt, berichtet Leiter Theuergarten weiter: Frauen und Kinder können die Einrichtungen in dem Gebäude nutzen, für die Männer stehen die entsprechenden Container, nur weniger Meter entfernt, zur Verfügung. Dort findet sich auch einer mit Waschmaschinen und Wäschetrocknern. Ebenfalls nur wenige Meter vom Hauptgebäude und den Containern entfernt befindet sich der Speisesaal, in dem laut Theuergarten bis zu 84 Personen Platz finden. Bei höherer Belegung müsse in Schichten gegessen werden. Zunächst werde die Verpflegung im Rahmen der Nothilfe vom DRK übernommen. Danach müsse diese Dienstleistung öffentlich ausgeschrieben werden. Noch aus der vorigen Nutzung stammen hier zwei Herde, in denen die Bewohner in kleineren Gruppen auch selbst etwas kochen können.

Sollte die volle Kapazität der Einrichtung genutzt werden, so Theuergarten, seien bis 17,5 Vollzeitstellen für Mitarbeiter vorgesehen. Das schließe das Sicherheitspersonal bereits mit ein. Für eine möglich unkomplizierte Kommunikation mit den Neuankömmlingen könne der Landkreis auf seinen breit aufgestellten Sprachmittlerpool zurückgreifen, berichtete Dölemeyer. Es hätten sich auch bereits Ukrainisch sprechende Menschen beim DRK gemeldet. „Alles was machbar ist, machen wir“, versprach der Einrichtungsleiter. So seien vor sechs Jahren etwa ein Garten angelegt und Fußballtore aufgestellt worden. Die Grundregel von damals laute allerdings: „Jeder wird gleich behandelt. Egal, wo er herkommt.“

Bislang habe die Verwaltung rund 450 000 Euro für die Notunterkunft eingeplant, basierend auf einer Belegung mit 85 Personen, erläuterte Ohlhoff. Sollten es mehr Menschen sein, die in Hude untergebracht werden müssen, müsse die Summe entsprechend weiter angepasst werden. Ziel des Landkreises ist es gleichwohl, die Asylsuchenden und Vertriebenen dezentral – sprich: in regulären Wohnungen und Häusern – unterzubringen. Das sei bislang auch ganz gut gelungen, sagte Dölemeyer. Der Ende vergangenen Jahres und Anfang dieses Jahres veröffentlichte Aufruf von Kreis und Gemeinden habe dahingehend schon einiges bewirkt: „Da hat sich viel bewegt“, lobte sie. Die Verwaltungen seien weiterhin für Hinweise dankbar.

Bevor die ersten neuen Bewohner einziehen, ergänzte Bürgermeister Skatulla am Ende des Rundganges, würden die Anwohner eingeladen und einmal herumgeführt. Manche dürften die Unterkunft noch kennen, als hier 2016 für vier Monate bis zu 45 Personen warten mussten, bis sie woanders hinziehen konnten. Das Verhältnis sei damals gut gewesen, erinnerte sich Theuergarten an diese Zeit: „Die Nachbarn haben sich viel eingebracht.“ Es seien sogar Gruppen von Radfahrern vorbeigekommen, um die Neuankömmlinge kennenzulernen. Im Anschluss an diese Zeit diente das Gebäude bis 2020 als Rettungswache und war danach ungenutzt. Wer Hilfe für die Einrichtung oder aber Wohnungen anbieten wolle, ergänzt Bürgermeister Skatulla abschließend, solle sich bitte an die Fachabteilungen der Gemeindeverwaltung Hude wenden, damit alles koordiniert werden könne und die Kommune dahingehend „bei allem guten Willen nicht überlaufen“ werde.

Ein Speisesaal.
Blick in den Speisesaal. © Franitza
Ein Gruppe von Menschen steht vor einer Hausseite.
Rundgang: Hudes Bürgermeister Jörg Skatulla, Einrichtungsleiter Achim Theuergarten (DRK), Grazina Urmonas (DRK-Kreisgeschäftsführerin), Kreis-Sozialdezernent Jürgen Ohlhoff, Christiana Dölemeyer (Leiterin Amt für soziale Teilhabe) sowie Ramona Dahms (Leiterin Bürgerdienste und Soziales Gemeinde Hude) und Olaf Hespe (Stellvertreter des Huder Bürgermeisters, v.l.). © Franitza

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