Schülerzahl steigt um 20 Prozent 

Ausbau der Förderschule Hude kommt Kreis teuer zu stehen

Hude/Wildeshausen - Für die Gemeinde Hude zeichnet sich ein gutes Geschäft ab: Für das Grundstück der ehemaligen katholischen Grundschule an der Ulmenstraße waren lediglich 400.000 Euro eingeplant, jetzt könnte der Landkreis Oldenburg aber rund 582.000 Euro zahlen. Er braucht die 3 880 Quadratmeter große Fläche unbedingt, weil die Förderschule „Vielstedter Straße“ zu klein ist und es keine anderen Erweiterungsmöglichkeiten gibt.

In ein paar Jahren sollten einer Schätzung zufolge 120 bis 130 Jungen und Mädchen an der Schule mit dem Schwerpunkt „Geistige Entwicklung“ unterrichtet werden. Doch die Realität überholt die Prognose. Bereits zum kommenden Schuljahr werden voraussichtlich mehr als 120 Kinder und Jugendliche beschult. „Eine Steigerung um 20 Prozent“, stöhnt Schulamtsleiter Maik Ehlers. Viel zu viel für den jetzigen Gebäudebestand. Deswegen sind ein bis zwei Container wohl unabdingbar. An der „Vielstedter Straße“ werden Mädchen und Jungen aus dem ganzen Landkreis unterrichtet.

Schon im laufenden Schuljahr hat die Gemeinde dem Landkreis die ehemalige katholische Grundschule, nur ein paar Hundert Meter vom Standort der Förderschule entfernt, zur Verfügung gestellt. Doch das Gebäude ist marode, weswegen die Schüler auch im vergangenen Jahr innerhalb von Hude umgezogen sind.

Der Landkreis plant, die ehemalige Grundschule abzureißen, und überlegt, was dort gebaut werden soll. Ursprünglich war angedacht, ein Grundstufenhaus für die Klassen eins bis vier zu errichten. Doch angesichts der Entwicklung der Schülerzahlen ist mehr als fraglich, ob das alleine reichen würde. „Es ist noch nichts spruchreif“, so Ehlers, der sich in Gesprächen mit der Schule befindet. Dabei geht es auch um eine Aufstockung des Neubaus gegenüber dem Altbau. Und Letzterer soll umstrukturiert werden. Knackpunkte sind zum Beispiel das Forum, das zu klein geworden ist, und ein Raum für die Schulsozialarbeit. Im Herbst könnten die Pläne vorliegen.

Eigentlich hatte die Gemeinde vorgesehen, das Grundstück an einen Investor zu verkaufen, der dort Wohnungen errichtet. Damit sollte dem gestiegenen Bedarf an Wohnraum Rechnung getragen werden. Im Haushalt für dieses Jahr war bereits eine Einnahme von 400.000 Euro eingeplant.

Investor wollte Grundstück kaufen

Doch schon nach der Sitzung des Kreis-Schulausschusses Mitte Februar hatte sich ein Interessent gemeldet, der bereit war, etwas mehr als 500.000 Euro zu zahlen (130,50 Euro pro Quadratmeter). Er wollte ein Mehrparteienhaus errichten und war offenbar angetrieben durch die Absicht des Landkreises, das Grundstück zu kaufen.

Die Kreisverwaltung ging, wie von der Politik beauftragt, allerdings auf die Gemeinde zu und betonte in einem Gespräch, dass der Erwerb des Grundstücks der einzige Weg sei, um den Raumbedarf für den Förderschulbereich zu decken. Die Huder Verwaltung legte ihrerseits den Handlungsdruck durch den Bedarf an Wohnungen dar. Aufgrund dieser Tatsache zeigte sich der Landkreis bereit, die Fläche für einen marktüblichen Wert zu erwerben.

Die kürzlich veröffentlichte Bodenrichtwertkarte weist 140 Euro pro Quadratmeter aus. Die Huder Verwaltung hat allerdings ermittelt, dass für ähnliche Grundstücke mit Mehrfamilienhäusern Preise zwischen 140 und 190 Euro pro Quadratmeter bezahlt wurden. Letztendlich einigten sich Kreis- und Gemeindeverwaltung auf 150 Euro pro Quadratmeter. Nun hat die Huder Politik das letzte Wort. Der Rat tagt am Donnerstag, 19. Juni, zu diesem Thema.

bor

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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