Polizei und Behörden übten im Landkreis Verhalten bei Geiselnahme

Horror-Szenario gemeistert

In Busch kam es zu einem schweren Verkehrsunfall. ·

Wildeshausen - Einige Wildeshauser und Dötlinger wurden gestern angesichts massiver Polizeipräsenz in der Region aufgeschreckt und befürchteten Schlimmes. Es handelte sich jedoch um eine Vollübung der Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land, der Polizeidirektion Oldenburg und anderer Behörden.

Das Szenario klang dramatisch: Gegen 9.15 Uhr stürmt ein Mann in das Amtsgericht in Wildeshausen und nimmt den dortigen Richter in seine Gewalt. Auf dem Rückzug verletzt der Täter einen Wachmann durch einen Schuss und flüchtet mit dem Richter als Geisel in einem Fahrzeug in Richtung Ganderkesee. Dabei kommt es zu mehreren Verkehrsgefährdungen und in der Gemeinde Dötlingen zwischen Busch und Aschenstedt zu einem schweren Verkehrsunfall, bei dem drei unbeteiligte Insassen schwer verletzt werden.

Gegen 11.40 Uhr sucht der Geiselnehmer das Rathaus in Ganderkesee auf und dringt in ein Büro ein. Der Richter kann sich bei dieser Aktion befreien, der Täter schließt sich jedoch daraufhin mit einer Gemeindebeamtin in ein Zimmer ein und fordert ein neues Fluchtfahrzeug und Geld. Schließlich kann der bewaffnete Täter von Spezialkräften der Polizei überwältigt und festgenommen werden.

Konstruierter Hintergrund für die Geiselnahme war der Führerscheinentzug durch das Amtsgericht nach einer Trunkenheitsfahrt im Jahre 2010 und damit verbunden der generelle Verbotsbescheid zum Führen und Besitzen von Sammlerwaffen seitens der Gemeinde Ganderkesee. Mit der Geiselnahme wollte sich der leidenschaftliche Waffensammler an den verantwortlichen Institutionen rächen. „Bedrohungslagen kommen im Alltagsgeschäft der Polizei immer wieder vor“, so Pressesprecherin Kerstin Epp. „Oftmals sind es Sofortlagen, die unter einem hohen Kräfteaufwand und Zeitdruck organisiert werden müssen. Hierbei ist vor allem das Zusammenspiel unterschiedlicher Dienststellen der Polizei in Zusammenarbeit mit anderen Behörden immer wieder eine besondere Herausforderung.“ Nach Abschluss der Aktion konnte ein positives Fazit gezogen werden, da alle Kräfte wie vorgesehen zum Einsatz kamen und miteinander agieren konnten.

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