Oldenburger Soldaten für den Einsatz in Afghanistan verabschiedet / Shahidi überreicht Andenken

Ein hoffnungsvoller Appell

Die Soldaten des Luftlandeunterstützungsbataillons 272 traten an zum Appell. Fotos (2): Niebuhr

Oldenburg - Von Daniel NiebuhrOLDENBURG · Am Ende demonstrierte das Militär noch einmal seine Sangeskraft. Als die Nationalhymne, die zum Abschluss des Appells in der Henning-von-Tresckow-Kaserne in Oldenburg aus den Lautsprechern schallte, vor den letzten Zeilen verstummte, intonierten die Soldaten den Rest textsicher und stimmgewaltig zu Ende. „Ohne Musik merkt man auch, dass wir den Text kennen“, scherzte Oberstleutnant Klaus Engel, „sehr gut sogar.“

Der improvisierte Chor passte perfekt zur feierlichen Abschiedstimmung, die bei den Soldaten des Luftlandeunterstützungsbataillons 272 herrschte. Sie werden bald für sechs Monate in Afghanistan ihren Dienst leisten. „Es ist ein entscheidendes Jahr am Hindukusch“, sagte Oberstleutnant und Kommandeur Engel, und Wildeshausens Bürgermeister Kian Shahidi fügte an: „Sie erwartet eine kritische Aufgabe.“

Daran ließen Engel und Shahidi auch in ihren treffenden Ansprachen keinerlei Zweifel: „Die Mission ist schwierig und gefährlich. Deshalb zolle ich als ehemaliger Offizier unseren Soldaten besonderen Respekt. In Afghanistan braucht man einen einen langen Atem. Alle wissen: Man kann immer einen Kameraden verlieren.“

Damit die Erinnerung an die Heimat nicht verblasst, übergab Shahidi ein Richtungsschild mit der Aufschrift „Wildeshausen 5 125 km“ an den Kommandeur. Der bedankte sich und schlug ähnliche Töne an wie der Wildeshauser Bürgermeister. „Zerstörung und Tod“, so Engel, „gehören zu den alltäglichen Erfahrungen. Erst recht in der momentanen Zeit, in der man mehr denn je hinaus ins Feld muss.“ Bei allen Befürchtungen überwog jedoch die Hoffnung. „Die Truppen sind bestens ausgebildet für ihren Einsatz im Krisengebiet Kundus. Ihre Vorbereitung war vorbildlich.“

Die Oldenburger Soldaten sind Teil der Truppenaufstockung, die die internationale Gemeinschaft beschlossen hat, um die prekäre Situation in Afghanistan wieder in den Griff zu bekommen. Denn die Lage ist ernst: Gewalt und Korruption nehmen wieder zu, die Taliban verbreiten mit Anschlägen weiter Angst und schüren bei der Bevölkerung den Eindruck, dass die Alliierten die Kontrolle über das Land wieder verlieren – wenn sie sie je hatten. Die neue Strategie ist nun: Mehr Geld und mehr Soldaten für mehr Aufbau und mehr Ausbildung für Afghanistan, damit der irgendwann geplante Abzug nicht in zu weite Ferne rückt – jetzt aufrüsten, um später abzurüsten. „Die einheimischen Kräfte auszubilden, ist eine Investition in die Zukunft“, meint auch Oberstleutnant Engel: „Je konsequenter wir den zivilen Wiederaufbau betreiben, desto eher können die Menschen in Afghanistan selbst die Sicherung ihres Landes übernehmen.“ Dabei, und auch das stellte Engel klar, „muss notfalls auch Gewalt angewendet werden“. In diesem Sinne schloss Shahidi mit den Worten von Innenminister Thomas de Maizière: „Böse ist nicht die Gewalt, nur ihr unrechter Einsatz.“

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