Trotz aller Probleme: Das geplante Einkaufszentrum in Delmenhorst weckt große Erwartungen

In Hoffnung vereint

Oldenburg - Von Daniel NiebuhrDELMENHORST · Zwei übrig gebliebene Investoren, eine erwartungsfrohe Stadt und über allem die große Hoffnung: Nachdem sich nur ein einziger Bewerber für den Bau des neuen Einkaufszentrums gefunden hat, herrscht in Delmenhorst nun das bange Warten auf den nächsten Schritt der Politik.

„Wir hätten gerne ein paar mehr Kandidaten gehabt, das ist doch ganz klar“, bekennt Sina Dittelbach von der Stadtverwaltung, „aber nun ist es eben so.“

Rückblick: Die Stadt hatte Ende Juni einen Dienstleister beauftragt, einen Betreiber für das am Stadtwall geplante Center zu finden. 91 potenzielle Investoren wurden angeschrieben, nur einer hatte ernstes Interesse: Ein Duo aus Deutscher Immobilien Holding (DIH) und der Firma Procom. Da muss sich die Stadt die Frage gefallen lassen, warum ein Einkaufszentrum in Delmenhorst offenbar so wenig attraktiv ist. „Die Größe war ein echtes Problem“, bekennt Dittelbach, denn auf den zugestandenen 10 000 Quadratmetern Verkaufsfläche ist ein Betrieb im großen Stil kaum zu realisieren. Zum Vergleich: Die Waterfront im nahen Bremen bietet 44 000 Quadratmeter, der Weserpark sogar über 60 000.

„Platzangst“ war aber wohl nicht das einzige Hindernis, das die Investoren reihenweise abspringen ließ. Auch die Konkurrenzsituation in Delmenhorst ist für Unternehmer nicht unbedingt reizvoll. Mit dem Jute-Center existiert bereits ein ähnliches Projekt, das mit Leerständen und regelmäßigen Negativschlagzeilen zu kämpfen hat. Die Befürchtung liegt auf der Hand: Wird die neue „Mall“ am Stadtwall zum Henker für das Jute-Center? „Im Gegenteil“, sagt Dittelmann, „Konkurrenz belebt doch das Geschäft“. Das Kuriose ist: Die Betreiber des Jute-Centers scheinen das genauso zu sehen. „Wir fürchten nicht, dass wir uns jetzt gegenseitig die Kunden wegschnappen“, meint eine Sprecherin, „vielMenschen in die Stadt, davon würden wir auch profitieren.“ Trotz aller Sorgen und Probleme im Vorfeld ist die Hoffnung auf die Zugkraft des neuen Centers bei der Stadt und selbst bei der Konkurrenz ungebrochen – sogar stärker als die Angst vor einem teuren Flop. „Wir wollen doch alle, dass es hier wieder aufwärts geht“, bringt es die Jute-Center-Sprecherin auf den Punkt.

Zunächst ist aber die Politik am Zug. Die Frage ist, ob man zeitnah in Gespräche mit DIH/Procom einsteigt oder stattdessen die Ansprüche an potenzielle Bewerber noch einmal zurückschraubt, Stichwort Platz. „So könnten noch einige Kandidaten dazukommen“, erklärt Dittelbach, „das wird jetzt in den entsprechenden politischen Gremien entschieden.“ Doch da droht schon das nächste Problem: Der Kriterienkatalog, der den Firmen vorgelegt wurde, ist per Ratsbeschluss verabschiedet worden und besitzt daher Gültigkeit. Und ein neues Bewerberverfahren würde Monate kosten. Der Stadt bleibt also kaum eine andere Wahl, als es mit DIH/Procom zu versuchen – was die Investoren freilich in eine komfortable Position für die Verhandlungen bringt. Und auf die schaut ganz Delmenhorst.

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