Harpstedter IGS-Elterninitiative kehrt enttäuscht von Gespräch im Landtag zurück / Bley: „Es sieht nicht gut aus“

Die Hoffnung schwindet

Gute Miene zur schlechten Nachricht: die Harpstedter Eltern-Initiative um Tanja Koutianidis, Michaela Claußen, Regina Huntemann und Stefan Wachholder (von rechts) nach dem Besuch bei Staatssekretär Stefan Porwol (links).

Harpstedt - HARPSTEDT/HANNOVER (dn) · Ansgar Focke war bis zuletzt guter Hoffnung. „Ich vertraue darauf, dass unser Antrag durchkommt“, hatte der CDU-Landtagsabgeordnete noch in der vergangenen Woche zu einer möglichen Integrativen Gesamtschule (IGS) in Harpstedt gesagt. Doch nach einem Besuch der Elterninitiative IGS im Niedersächsischen Landtag in Hannover, den Focke organisiert hatte, sind die Hoffnungen mit hoher Wahrscheinlichkeit auf ein Minimum gesunken. „Es sieht nicht gut aus, das kann man so sagen“, bekannte CDU-Abgeordneter Karl-Heinz Bley: „Nach momentanem Stand geht gar nichts.“

Wer die Ernüchterung ausgelöst hat, lässt sich in diesem Fall relativ genau sagen: Staatssekretär Dr. Stefan Porwol, der zusammen mit Bley die Harpstedter Eltern in Hannover empfangen hatte. Die beiden CDU-Politiker klärten die IGS-Initiave über die Rechtssituation auf und erteilten gleich der Möglichkeit, ein „rechtsfreies“ Schlupfloch zu nutzen, eine unmissverständliche Absage. Die Harpstedter hatten darauf gehofft, dass nach Auslauf des alten Schulgesetzes Anfang des Jahres und vor der Verabschiedung des neuen eine Ausnahme für Harpstedt möglich wäre. Doch daraus wird nichts. „Der Staatssekretär hat klar gemacht, dass so lange, bis das neue Schulgesetz durch ist, das alte gilt“, berichtet Regina Huntemann von der Elterninitiative: „Das hatten wir allerdings schon befürchtet.“

Porwol ließ auch keinen Zweifel daran, dass die Fünfzügigkeit, die eine IGS in Harpstedt vermutlich nicht leisten könnte, alternativlos ist. „Es gibt die Möglichkeit, eine Entscheidung im Antrag der Harpstedter zu erzwingen“, meinte der Staatssekretär: „Aber dann würden wir ihn definitiv ablehnen.“

Die Hoffnung, die der IGS-Initiative noch bleibt, ist äußerst vage, wie Karl-Heinz Bley bestätigte. „Wir sollten abwarten, was das März-Plenum bringt, in der über das neue Schulgesetz entschieden wird“, so der Landtagsabgeordnete. Porwol berichtete, dass die CDU dabei die FDP überzeugen muss, damit es überhaupt eine Genehmigung für eine vierzügige IGS geben kann. Doch die Liberalen im Landtag bevorzugen ohnehin eine Oberschule. Und so macht sich Regina Huntemann auch keine Illusionen: „Es sieht also alles danach aus, als ob das alte Gesetz einfach neu aufgelegt wird“, seufzt die Prinzhöfterin.

Ein Ausweg könnte eine niedrigere Mindest-Klassenstärke sein. Das, so Huntemann, sei zwar schon an sich eine gute Sache und könnte eine fünfzügige IGS auch in Harpstedt möglich machen – „aber daran glaube ich auch nicht so recht“. Bleibt nur noch die Möglichkeit, dass Harpstedt durch die Hintertür „Anfahrtsweg“ auf den IGS-Zug aufspringt. Ist die Strecke zur nächsten IGS, in diesem Fall nach Wardenburg, nicht zumutbar, könnte es eine Ausnahmegenehmigung geben. Falls auch das nicht passiert, könnten die Harpstedter klagen, doch eine Entscheidung vor Gericht kommt offenbar nicht in Frage. „Das würde Jahre dauern“, glaubt Michaela Claußen von der Elterninitiative: „Und dann würden viele Schüler die Chance auf eine IGS verpassen.“ Wahrscheinlich wäre auch die Aussicht auf Erfolg verschwindend gering. Also herrscht nun das große Warten. Mitte kommender Woche soll es laut Landrat Frank Eger „einen ersten Zwischenbescheid aus der Landesschulbehörde geben“. Gestern war ein Vertreter bereits zu Gesprächen im Kreishaus.

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