Stephan Klär dokumentiert, wie Spenden in der Dominikanischen Republik verwendet werden

Hilfe aus Wildeshausen kommt an

Die Kinder in Carlos Diaz in Tamboril sind arm. Stephan Klär hilft ihnen mit deutschen Spenden.

Wildeshausen - WILDESHAUSEN (dr) · Stephan Klär aus Wildeshausen sammelt seit vier Jahren Geld für Hilfsprojekte in der Dominikanischen Republik. Er wurde deshalb angefeindet, ihm wurde öffentlich vorgeworfen, Spenden zu veruntreuen oder Katastrophen zu schildern, die es auf der Karibikinsel nie gegeben hat. Doch Klär lässt sich nicht unterkriegen und dokumentiert nun genau, wo Hilfsgelder verwendet werden. Jetzt ist er gerade wieder nach Wildeshausen zurückgekehrt.

„Ich hatte in Bremen, Oldenburg und Osnabrück 1 650 Euro gesammelt, die ich jetzt an Pastor Elvis Dominguez übergeben habe“, berichtet Klär und lässt währenddessen ein Video laufen, auf dem die Übergabe des Schecks zu sehen ist. Das Geld, so ist ebenfalls filmisch dokumentiert, wurde für Badezimmerfliesen, neue Fenster, Ventilatoren und Türen eingesetzt. „Ich habe selbst mitgearbeitet“, so Klär.

Der gelernte Tischler und Maschinenbauer ohne Anstellung engagiert sich seit vier Jahren in der Dominikanischen Republik. Ursprünglich nur zur Erholung in die Karibik geflogen, lernte er dort eine Frau kennen und kehrte kurz darauf zurück auf die Urlaubsinsel, auf der in vielen Orten bittere Armut herrscht. Zehn Monate arbeitete Klär dort und beschloss, zusammen mit seiner Frau Altagracia Hilfsprojekte anzustoßen. Gleichzeitig sammelte er Geld, um seinem Patenkind Yoelmi, das einen Hirntumor hatte, zu helfen. Insgesamt 3 500 Euro brachte der Hartz-IV-Empfänger auf und kann nach der Operation im vergangenen Jahr berichten: „Yoelmi geht es gut. Er besucht die Schule und spielt mit den Kindern. Er benötigt aber weiter Medikamente.“

Die Menschen in Carlos Diaz in Tamboril sind bitterarm. Als Klär und seine Verlobte beschlossen, ein Heim für Bedürftige zu bauen, wurden sie vom Pastor der Gemeinde, Elvis Dominguez, darauf hingewiesen, dass es über der Kirche einen Rohbau gebe, den man gut nutzen könnte. „Das fanden wir eine gute Idee“, so Klär, der jetzt vor wenigen Tagen miterleben konnte, wie das Gebäude während seines vierwöchigen Aufenthalts Stück für Stück wohnlicher wurde. „Wir benötigen noch etwa 6 000 Euro, um alles fertig zu stellen“, sagt er stolz. Geplant sei es, auch Gästezimmer einzurichten, die vermietet werden können. „Die Einnahmen kommen dem Projekt des Vereins ‚Kleine Brüder und Schwestern‘ zugute. In dem Gebäude sollen eine Schule, eine Bibliothek, ein Krankenzimmer und eine Essensausgabe eingerichtet werden. Genaueres über die Aktivitäten erfahren Interessierte im Internet unter http://www.kinder-carlosdiaz.de.

„Ich sammle weiter“, kündigt Stephan Klär an. „Schön wäre es auch, wenn wir bald Patenschaften vermitteln könnten, damit die Kinder eine bessere Zukunft bekommen.“ Mittlerweile dokumentiert der Wildeshauser jeden Schritt seines Hilfsprojektes, um deutlich zu machen, dass er es ehrlich meint. Ganz in die Dominikanische Republik ziehen, möchte er (noch) nicht. „Ich habe hier zwei Kinder, um die ich mich kümmern muss. Und wenn ich hier endlich einen Job finde, dann soll Wildeshausen mein Lebensmittelpunkt bleiben.“

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