Diakonie Himmelsthür: Straßentheater zum Jubiläum

Von Hexen, Henkern und Höllenqualen

Hunderte verfolgten an der Alexanderkirche die Geschichte des Fräuleins vor dem Dore.

Wildeshausen - WILDESHAUSEN (hen) n War das ein Theater! Düstere Wegelagerer belästigten einen Pilgerzug auf dem Weg zur Wildeshauser Alexanderkirche. Pestkranke durchlitten Höllenqualen, Hexen tanzten um eine Eiche, Vampire „baten“ brave Bürger tänzerisch um eine Blutspende. Leprakranke und Bettler machten sich unter einem Torbogen breit. Aber auch Schönheiten unter einem Rosenstrauch sowie Gärtner und Händler entführten am Sonnabend das begeisterte Publikum rund um die Alexanderkirche auf eine Zeitreise in das Jahr 851.

Daneben erweckten tratschende Marktweiber, Wunderheiler und andere mystische Gesellen das Mittelalter zum Leben und sorgten für das wohl größte und unterhaltsamste Straßentheaterspektakel, das die Wittekindstadt je erlebt haben dürfte.

„Das wird heute ein toller Tag.“ Damit hatten sich die achtjährigen Mädchen Sina und Maria nicht zu viel versprochen. Sie erlebten mit, wie „Liebe – Macht – Geschichte“ im Mittelpunkt des Theaterprojektes standen, das das Blauschimmel-Atelier Oldenburg und die Diakonie Himmelsthür in Zusammenarbeit mit dem Kul turkreis Wildeshausen anlässlich des 125-jährigen Bestehens der Diakonie ins Leben gerufen hatte.

Unter der Gesamtregie von Ute Bommersheim vom Blauschimmel-Atelier sowie Anke Strömer, Initiatorin und Organisatorin vor Ort, hatten die rund 150 teilnehmenden Akteure in ihren Gruppen schon seit Wochen nicht nur gebastelt, gemalt und genäht, sondern auch ihr gekonntes Spiel gewissenhaft einstudiert.

Die Mühen hatten sich gelohnt: Das Publikum jedenfalls kam voll auf seine Kosten und erlebte darstellende Kunst und mitreißende Musik von Menschen mit und ohne Behinderung, Kindern aus den evangelischen Kindergärten „Schatzinsel“ und „Sternschnuppe“, der evangelischen Jugend Wildeshausen, Schülern der Hunteschule (Förderschule Lernen), des Gymnasiums Wildeshausen und der Wallschule sowie den Kindern des VfL Wildeshausen.

Für den stimmungsvollen Auftakt sorgte die Wildeshauser Sambagruppe Acompasso, die mit riesigen Trommeln zur Teilnahme an einem Pilgerzug durch die faszinierende Geschichte der Stadt aufforderte.

Unter dem Motto „Einiges wird gezeigt, anderes diskret verschwiegen und weiteres wird gar dreist erfunden“ setzte sich der Tross in Richtung Alexanderkirche in Bewegung, angeführt von Graf Waltbert, der gerade aus der ewigen Stadt Rom eingetroffen war. Im Gepäck die Reliquien des Heiligen Alexanders, die ihm Papst Leo übergeben hatte.

Geschichtskenner musste man aber nicht sein, um der Handlung folgen zu können: In lebendigen Bildern und Spielszenen fiel es leicht, das Treiben nachzuvollziehen, das sich bis ins Jahr 1529 erstreckte, in dem unter anderem die Stadtmauern niedergerissen wurden und Bürgermeister Lickenberg seinen Kopf verlor.

Wie auf einem mittelalterlichen Markt ging es rund um die Alexanderkirche zu. Sogar Kaiserin Theophane hatte sich mit ihrem Hofstaat die Ehre gegeben. Ihr zur Unterhaltung wurde eine Geschichte voller Lust und Sünde aufgeführt, in der sich das Fräulein vor dem Dore in einen Priester verliebt.

Zugabe- und Bravorufe des Publikums waren der Lohn, den sich alle Akteure vor und hinter den Kulissen mehr als verdient hatten.

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