Wildeshauser Firma feiert Jubiläum

Hermes: Wir steuern einfach alles

Gerd (rechts) und Ingo Hermes zeigen einen Schaltschrank – vollgepackt mit Steuerungstechnik aus Wildeshausen.

Wildeshausen - Von Joachim Decker· Ob die Wasseraufbereitungsanlage einer Brauerei in Indien, die Anlagensteuerung von Spaßbädern in Finnland und Schweden – ohne das Know How des Wildeshauser Unternehmens Hermes Systeme würde gar nichts laufen. „Ja, wir steuern einfach alles“, sind sich Seniorchef Gerd und Geschäftsführer Ingo Hermes einig. Schon bald können sie mit ihren Mitarbeitern das Jubiläum zum 25-jährigen Firmenbestehen feiern.

Ein Augenmerk des Unternehmens liegt auf den Automatisierungssystemen. Was für den Außenstehenden eher kompliziert klingt, hört sich erklärt schon wesentlich einfacher an. „Wenn wir davon ausgehen, dass Maschinenbauer die verschiedenen Maschinen mit Motoren zum Beispiel für die Produktion unterschiedlicher Dinge bauen, müssen diese Maschinen auch noch zum Leben erweckt werden“, sagt Ingo Hermes. Genau dafür komme sein Unternehmen ins Spiel: „Wir sorgen dafür, dass die Maschinen genau das zum richtigen Zeitpunkt tun, was sie sollen. Wir sorgen eben für die Ansteuerung der Maschinen, die auch parallel arbeiten müssen.“ Das gehe sogar so weit, dass neben der Ansteuerung der Maschinen die gesamten Daten aus der Fertigung zum Management übertragen würden, damit die einzelnen Prozesse verfolgt werden könnten.

Ein weiteres und wichtiges Standbein sei die Verfahrenstechnik –  zum Beispiel die Prozesssteuerung in Wasseraufbereitungsanlagen. „Deutschlandweit arbeiten zum Beispiel Spaßbäder mit unseren Steuerungen“, betont Hermes. Der Laie müsse sich das so vorstellen, dass sämtliche Pumpen und die Messtechnik so angesteuert würden, dass sie „Hand in Hand“ arbeiteten, um möglichst energiesparend für die Wasseraufbereitung zu sorgen: „Die Herausforderung dabei ist, dass diese Steuertechnik nie von der Stange kommt, sondern jeweils individuell für die verschiedenen Bäder von uns entwickelt wird.“ Es sei eben jeweils Technik aus Wildeshausen. Am wichtigsten sei bei allen Anlagen, dass das Gesamtkonzept stimme: „Eines verlieren wir dabei nie aus den Augen – den heute so wichtigen Energiespareffekt.“ Dabei handele es sich um den „Rolls-Royce“ unter der Schwimmbadtechnik: „Wir müssen uns aber dennoch an den Preis von einem Golf halten.“

Die Erfolgsgeschichte des Unternehmens beginnt am 1. April 1985: Elektromeister Gerd Hermes macht sich selbstständig und gründet die Firma Hermes Elektro-, Steuer- und Schaltanlagen. Mit vier Mitarbeitern nimmt er die Arbeit in den ehemaligen Räumen der Firma Lamprecht in Zwischenbrücken auf einer Betriebsfläche von 300 Quadratmetern auf. „Unsere Devise lautete schon damals ,gemeinsam anpacken‘“, erzählt Gerd Hermes. Nur vier Jahre später sprengt die auf 30 Mitarbeiter angewachsene Firma die räumlichen Kapazitäten – am Westring wird ein neues Firmengebäude errichtet und bezogen. Nachdem 1990 die Firma Hermes und Schlüter Elektroinstallation gegründet wird, entscheidet sich der Firmenchef 1991 dafür, von einem Standort in Oschersleben (Sachsen-Anhalt) aus, den Markt in den neuen Bundesländern zu erschließen – und das mit recht schnellem Erfolg.

Wenig später wird deutlich, dass auf Grund des ständig wachsenden Kundenstamms und der Flut an Aufträgen noch mehr Platz zum Anpacken benötigt wird – die Zahl der Mitarbeiter ist bereits auf 70 angestiegen. Im Jahr 2000 steigt Ingo Hermes als Geschäftsführer ein, zum 20. Geburtstag des Unternehmens beschäftigt Hermes bereits 120 Mitarbeiter. Im Jahr 2007 kann endlich das neue Firmengebäude an der Visbeker Straße bezogen werden. „Seither setzt sich die Erfolgsgeschichte weiter fort. „Die anfangs noch großzügigen Flächen sind schon wieder voll ausgenutzt“, erzählen Vater und Sohn. Hier sei aber der Wunsch nach mehr Platz in Erfüllung gegangen: „Natürlich wurde unser neuer Firmensitz mit der modernsten Gebäudetechnik ausgestattet.“

Heute beschäftigt das Unternehmen insgesamt gut 170 Mitarbeiter. Bisher wurden rund 80 Lehrlinge ausgebildet, von denen etwa 90 Prozent übernommen werden konnten: „Einige sind nach der Ausbildung zur Schule gegangen und stehen uns jetzt aber wieder als Ingenieure zur Verfügung“, sagt Ingo Hermes.

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