Bodenrichtwerte steigen / Mehr Baugrundstücke veräußert

Heiß begehrtes Ackerland

Anja Diers als Leiterin der Regionaldirektion, Rolf Rösler von der Geschäftsstelle des Gutachter-Ausschusses, Wildeshausens Katasteramts-Chef Jens Meyer und Dezernatsleiter Folkert Jahn (v.l.) präsentierten die Entwicklung des Wohnungs- und Grundstücksmarkts im Landkreis.

Landkreis - (ck) · Welch eine Wertsteigerung: In nur fünf Jahren kletterten die Kaufpreise für Ackerland um durchschnittlich 65 Prozent.

Zuletzt erhöhte sich dieser Index zwischen Anfang November 2009 und Ende Oktober 2010, dem Berichtszeitraum des Gutachterausschusses für Grundstückswerte Cloppenburg, um 7,1 Prozent. Das berichtete gestern Folkert Jahn als Vorsitzender des Ausschusses, der organisatorisch der Cloppenburger Regionaldirektion des Landesamts für Geoinformation und Landentwicklung angegliedert ist. Im Dezember hatte das Gremium die neuen Bodenrichtwerte ermittelt. „Besonders im Bereich der landwirtschaftlichen Flächen gab es nach 2009 einen erneuten deutlichen Preisanstieg“, bilanzierte Jahn im Wildeshauser Katasteramt.

Vor allem auf Wildeshauser Gebiet kostet Ackerland nun im Schnitt um 70 Cent mehr pro Quadratmeter – je nach Bodenpunkten zwischen 2,70 und 4 Euro. „Als einen Grund können wir sicherlich den zunehmenden Flächenbedarf zum Anbau für Mais annehmen“, schilderte Anja Diers als Leiterin der Cloppenburger Regionaldirektion des Landesamts. Ebenfalls um 70 Cent kletterte der Bodenrichtwert in der Samtgemeinde Harpstedt – auf nun 2,70 Euro. So viel kostet im Schnitt auch ein Quadratmeter Ackerland in Großenkneten – dort hielt sich das Preisniveau im vergleich zu 2009. Fast stabil

▪ Insgesamt weniger

▪ Flächen verkauft

blieben die Preise in Dötlingen (nun 3,50 Euro) und Hude (2,40 Euro). In Ganderkesee (2,50 Euro) und Hatten (2,60 Euro) legten die Werte um 30 Cent zu. Keine wesentlichen Abweichungen stellten die Gutachter auf dem Grünland-Markt fest.

Kreisweit verzeichnete die Katasterverwaltung fast vier Prozent weniger Verkäufe von Grundstücken und Häusern. Insgesamt wurden 1 877 Kaufverträge im Wert von 210 Millionen Euro (ein Minus von 7,9 Prozent) abgeschlossen. 873 bebaute Grundstücke wechselten den Besitzer, Eigentumswohnungen und landwirtschaftliche Flächen waren in jeweils 16 Prozent der Fälle Inhalte der Geschäfte. Auf ähnlichem Niveau bewegte sich der Absatz unbebauter Grundstücke.

Vor allem Häuser standen in der Gunst der Käufer ganz oben: „Bei 70 Prozent der verkauften, bebauten Grundstücke handelte es sich um Ein- und Zweifamilienhäuser, bei weiteren neun Prozent um Reihen- oder Doppelhäuser“, schilderte Jahn.

Mit Blick in die Gemeinden tat sich besonders auf dem Ganderkeseer Immobilienmarkt einiges: Dort gab es 147 neue Besitzer von Ein- und Zweifamilienhäusern – gefolgt von Wardenburg (100) und Wildeshausen (94). Während diese Zahlen aber Rückgänge im Vergleich zum vorherigen Berichtszeitraum bedeuteten, legte Dötlingen im Feld der Hauskäufer ebenso zu (von 37 auf 50) wie die Samtgemeinde Harpstedt (um zwei Verträge auf nun 50).

Ein sattes Plus registrierten die Gutachter in der Statistik des Bauland-Verkaufs: Die Häuslebauer kauften 166 Grundstücke im Landkreis – 25 Prozent mehr als 2009. „Der stetige Zuwachs hält also an – nur der Spitzenwert von 2006 mit 231 Grundstücken konnte nicht erreicht werden“, erläuterte Jahn. Damals hätten aber einige Bauherren ihrem Wunsch vorgegriffen, weil der Wegfall der Eigenheimzulage anstand.

Die steigende Nachfrage an Bauland führte Anja Diers auch auf den Einsatz mancher Gemeinden zurück: „So weist Ganderkesee ständig neue Wohngebiete aus. Dort gab es 45 neue Wohnhäuser – 14 mehr als 2009. Großenkneten verbesserte sich um 17 Parzellen.

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