Studenten brillierten als Darsteller und Regisseure in „Am Ende des Tages“ / Roman Pertl war schon an Gymnasium aktiv

Heimspiel in Wildeshausen mit Liebestexten

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Roman Pertl und Anna Preckeler wurden von Sarah Marie Rammels Fotografien, die sie auf eine überdimensional große Leinwand projizierte, und von Michael David Mills am Klavier begleitet.

Wildeshausen - Schwarz und weiß – in diesen „Farben“ brillierte die Inszenierung „Am Ende des Tages“ mit und von Roman Pertl, Anna Preckeler und Sarah Marie Rammel.

Die vom Kulturkreis Wildeshausen präsentierte Aufführung am Sonnabend in der Musikschule lebte vom Zusammenspiel der jungen Künstler Pertl und Preckeler, die – er mit Worten und sie mit Gesang – die Frage stellten: „Was bleibt, wenn die Liebe geht?“ Begleitet wurden die Studenten der Essener „Folkwang Universität der Künste“ von Rammel, die Fotografien von Frauen in verzweifelten, liegenden, zusammengerollten oder schlaffen Positionen auf eine überdimensional große Leinwand projizierte, und von Professor Michael David Mills am Klavier.

Abwechselnd und auch parallel zu Maury Yestons Liederzyklus „Dezemberlieder“, dem Preckeler mit ihrer hellen, glasklaren Stimme Leben einhauchte, hatte Pertl klassische und moderne Texte ausgewählt, die nachdenklich stimmten, aber durchaus auch zum Lachen verführten. So stellte er als Max Frischs „Homo Faber“ fest, dass Geschirr abwaschen besser ist als Zärtlichkeiten oder gar Gefühle am Morgen. Zwar könne man sich selbst nicht „Gute Nacht“ sagen. Aber müsse man deswegen heiraten?

Mit weißem Papier in der Erinnerung der Ex-Geliebten verglich Pertl sich in Sven Regners Text: „Nichts soll dich an mich erinnern“. Als Goethes Werther wiederum donnerte er seine Gefühle über Liebe, Schmerz und Zerstörung am Höhepunkt des Abends vor stürmischer Leinwand im Duett mit Preckelers Gesang von der Bühne.

Nach fehlgeschlagenen Romanzen (Kästner) und verpassten Chancen (Haruki Murakami), schien der Abend in einem Lichtblick enden zu wollen, als Preckeler von „unendlicher Befreiung“ durch Trennung von einem ehemals Geliebten sang. Auch Rainer Maria Rilke war der Meinung, dass das Schreckliche, die schmerzlichen Erfahrungen nötig sind, damit wir „mehr von unserem Raum“ entdecken können. Doch allzubald drehte sich Preckeler in ihrem Gesang wieder im Kreis: „Wenn ich dich wiederseh‘, schmerzt es doch noch: Sag bitte nicht einmal Hallo“. Und so endet der Abend dort, wo er begann: im Lied „Dezemberschnee“.

Für Pertl war es eine ganz besondere Aufführung: Die erste, die er nach seinem Schauspielstudium in Essen in seinem Heimatort Wildeshausen gab. Hier hatte er vor Jahren als Gymnasiast in der „English Dramatic Society“ die ersten Erfahrungen auf der Bühne und als Regisseur gemacht. · an

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