Gefäß wurde vermutlich etwa 800 Jahre vor Christus in die Erde gelassen

Heimatforscher graben Urne aus der Eisenzeit aus

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Kreiszeitung Syke

Landkreis - Von Jan SchmidtHeimatforscher aus dem Landkreis Oldenburg sowie mehrere befreundete Heimatforscher aus den Niederlanden haben am Montag in der Wildeshauser Geest eine Urne ausgegraben, die vermutlich aus der Eisenzeit, etwa 800 Jahre vor Christus, stammt.

Wo genau das archäologische Fundstück entdeckt wurde, darf an dieser Stelle nicht verraten werden. Bezirksarchäologin Jana Fries befürchtet ansonsten Nachahmer, die auf eigene Faust im Boden graben könnten. Am Montag begleitete Fries die Aktion an einem Megalithgrab irgendwo in der Wildeshauser Geest.

Nur so viel sei verraten: „Es war wohl ein großer Zufall, dass ausgerechnet ein Archäologe an der Fundstelle spazieren ging und dabei eine kleine Scherbe aus dem Sand ragen sah“, berichtet Fries. Der Finder wandte sich an örtliche Heimatforscher. Nach genauerer Inspektion der Stelle wurde unter Miteinbeziehung von Fries, ihrem Vorgänger Jörg Eckert und Bernd Rothmann, ehrenamtlicher Kreisbeauftragter für die archäologische Denkmalpflege, ein Termin für Grabungsarbeiten vereinbart.

Bei dieser Gelegenheit kontaktierten die örtlichen Heimatforscher auch ihre Kollegen aus den Niederlanden. Unter der Überschrift „Land der Entdeckungen“ fördert die Europäische Union ein Projekt mit „Laienforschern“. Heimatforscher und Ehrenamtliche arbeiten dafür an der Nordseeküste zwischen dem IJsselmeer und der Wesermündung, von der Deichlinie bis zur Geest zusammen. Auch die Niederlande werden mit einbezogen.

Von 10 bis 15 Uhr dauerten die Grabungen am Montag. Schließlich konnte die Urne tatsächlich freigelegt werden. „Leider ist uns das Gefäß dabei zerbrochen“, erzählt Fries. „Aber das kommt schon mal vor.“ Im Inneren der Urne befand sich noch Leichenbrand – mehrere Knochenteile – was laut Fries nicht ungewöhnlich ist für solche Funde. „Zur damaligen Zeit wurden die Toten auf einem Holzstoß verbrannt. Ein paar Knochen – durchaus zentimeterdick – blieben immer erhalten.“ Bei einer Feuerbestattung heutzutage sei es dagegen üblich, die Knochenreste durch eine Mühle zu mahlen.

Die Gefäßscherben sollen nun zunächst gewaschen werden. Anschließend möchte Bernd Rothmann sie wieder zusammensetzen. Der Leichenbrand wird dagegen von Anthropologen genauestens untersucht. „Man kann zum Beispiel rauskriegen, wie alt die verstorbene Person war. Auch das Geschlecht lässt sich unter Umständen bestimmen“, sagt Fries. Ein DNA-Profil ließe sich allerdings nicht mehr erstellen. Laut der Bezirksarchäologin gibt es derartige Trichterbecher-Funde immer mal wieder in Groningen wie im Landkreis Emsland und der Wildeshauser Geest.

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