Stille Hinrichtung der Betriebsamkeit

Egbert Wellmann aus Hatterwüsting dichtet und schreibt über das Warten

Egbert Wellmann

Hatterwüsting - Bücher zum Innehalten, Nachdenken und zur Ruhe kommen gibt es ja wie Sand am Meer, doch wie Autor Egbert Wellmann aus Hatterwüsting sich dem Warten widmet, ist bemerkenswert.

In Gedichten und Geschichten schildert er Gedanken, begleitet aber auch Männer und Frauen auf ihren Reisen und durch ihren Alltag. Wellmann bietet auf 146 Seiten viele Definitionen des Wartens an und wählt dabei klare Worte. So schreibt er an einer Stelle: „Warten ist die stille Hinrichtung der Betriebsamkeit“.

Und genau dieser Hektik, also ständig per Handy erreichbar zu sein, immer auf dem Smartphone Nachrichten zu tippen und die Gegenwart nicht mehr wahrzunehmen, sagt Wellmann den Kampf an. Wer sein nun erschienenes Buch „In der Warteschleife“ zur Hand nimmt, sollte das an einem ruhigen Ort fern der Schnelllebigkeit der modernen Welt tun – beispielsweise in der Badewanne, abends im Bett oder auf einem einsamen Hochsitz.

„Warten ist eine Möglichkeit“

Wellmann beschreibt Menschen, die oft nichts tun, weil sie keine andere Wahl haben. Zum Beispiel während einer Zugreise. „Warten ist eine Möglichkeit“, schreibt der Rentner aus Hatterwüsting. Seine Protagonisten vertreiben sich ihre Zeit, trödeln herum, eigentlich ein Albtraum für das auf Effizienz getrimmte Verhalten vieler Menschen heutzutage. Davon lassen sich Wellmanns Figuren aber nicht aus der Ruhe bringen. Einige sitzen wie ein Angler herum, das Warten bedeutet für sie, die Angel auszuwerfen und zu sehen, wohin die Gedanken wandern.

„Seine eigene Nähe aushalten“

Immer wieder illustrieren Schwarz-Weiß-Zeichnungen von einzelnen Menschen, sowohl Männer als Frauen, das Nichtstun. „Warten heißt auch seine eigene Nähe aushalten“, formuliert es Wellmann. Und in der Tat warten seine Protagonisten alleine. Dass etwas passiert, ihnen ein „guter Gedanke“ kommt. „Voller Staunen treibe ich an der Welt vorbei und Verwunderung ist meine einzige Tätigkeit“, schreibt der Autor abschließend.

Wellmann wurde 1946 in Wilhelmshaven geboren. Er studierte Kunst und Philosophie in Oldenburg, Bremen und Berlin. Er ist freischaffend als Schriftsteller, Maler und Bildhauer tätig.

Das Buch „In der Warteschleife“ ist im Aachener Karin Fischer Verlag erschienen und kostet 12,80 Euro. 

bor

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