Polizei kontrolliert unter anderem am Unfallschwerpunkt Hatter Landstraße

„Wir stehen voll und ganz hinter dem Blitz-Marathon“

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Erwischt: 136 Kilometer pro Stunde zeigte das Messgerät bei diesem roten VW Passat aus dem Landkreis an.

Hatten/Landkreis - Von Karsten Tenbrink. Insgesamt 39 Unfälle in den vergangenen drei Jahren, bei denen es elf Schwer- und 13 Leichtverletzte gab – die Hatter Landstraße (L872) gilt bei der Polizei als „Unfallhäufungslinie“ der Kategorien „Geschwindigkeit“ und „Baum“. Kein Wunder also, dass sie sich beim Blitz-Marathon am Donnerstag auch dort mit einem Messgerät postierte.

Die Strecke zwischen Tweelbäke und Kirchhatten ist bei den Beamten auch als „Langer Jammer“ bekannt. Sie beträgt rund zehn Kilometer und verläuft überwiegend gerade. Immer wieder kommt es dort zu Unfällen. Erst am Montag hatte es erneut gekracht, als eine Dötlingerin mit ihrem Wagen aus noch ungeklärter Ursache nach rechts von der Fahrbahn abkam und gegen einen Baum prallte (wir berichteten).

Immerhin: In den vergangenen drei Jahren kam es dort nicht mehr zu Unfällen mit Todesopfern, wie es zuvor immer mal wieder der Fall war. Eine Entwicklung, deren Ursache der Polizeivizepräsident der Direktion Oldenburg, Bernd Deutschmann, auch in den Geschwindigkeitskontrollen und anderen präventiven Maßnahmen der Ordnungshüter sieht. „Die Zahl der tödlichen Unfälle ist in unserem Bereich insgesamt leicht rückläufig“, erklärte Deutschmann. Aber: Sie liegt noch immer im dreistelligen Bereich und „jeder Verkehrstote ist einer zu viel“, so Deutschmann.

Die Hauptursache für schwere Unfälle sei überhöhte beziehungsweise nicht angepasste Geschwindigkeit. Deshalb wolle die Polizei auf diese Gefahr aufmerksam machen. Unter anderem mit dem Blitz-Marathon, der nun zum dritten Mal bundesweit organisiert wurde. Und auch wenn die Gewerkschaft der Polizei (GdP) die Aktion im Vorfeld als unsinnig kritisierte, machte Deutschmann gestern deutlich: „Wir von der Polizeidirektion Oldenburg stehen voll und ganz hinter dem Blitz-Marathon.“

Zwar ertappen die Beamten bei unangekündigten Geschwindigkeitskontrollen deutlich mehr Temposünder, nämlich im Schnitt etwa 11 Prozent der gemessenen Fahrzeuge statt nur etwa 3,5 Prozent. Doch um diese Quote gehe es in erster Linie gar nicht. „Ziel ist es, das Bewusstsein zu verändern“, erklärte der Polizeivizepräsident. Dazu gehörten beide Arten der Geschwindigkeitskontrollen ebenso wie Präventionsmaßnahmen beispielsweise für Fahranfänger.

Während Deutschmann über die Hintergründe der Aktion informierte, standen die Beamten Peter Tangermann und Bernd Rudolphi an der Hatter Landstraße in Höhe der Einmündung Kuhlendamm am Messgerät. Bei den vergangenen zwei Kontrollen an dieser Stelle waren die dabei erwischten Temposünder noch mit 120 bis 128 Kilometern pro Stunde statt der erlaubten 100 unterwegs. Ein roter VW Passat aus dem Landkreis Oldenburg brachte es am Donnerstagnachmittag allerdings auf stolze 136 Kilometer pro Stunde. Nach Abzug eines kleinen Toleranzwertes bedeutete das: 120 Euro Bußgeld und einen Punkt im Register des Kraftfahrt-Bundesamts in Flensburg.

Im Bereich der Polizeidirektion Oldenburg gab es im Rahmen des Blitzer-Marathons insgesamt 179 Messpunkte. 229 Beamte und 38 Mitarbeiter von Kommunalverwaltungen waren im Einsatz.

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