Schattenministerin wirbt um Vertrauen

Barbara Otte-Kinast: „Niedersachsen ist kein Streichelzoo“

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Barbara Otte-Kinast (CDU) warb in Kirchhatten um die Gunst der Landwirte. - Foto: bor

Kirchhatten - Von Ove Bornholt. Als verlässliche Partnerin der Bauern präsentierte sich Barbara Otte-Kinast am Dienstagabend in der Gaststätte „Zum Deutschen Hause“ in Kirchhatten.

Die CDU-Politikerin soll Landwirtschaftsministerin werden, wenn CDU und FDP die Wahl am 15. Oktober für sich entscheiden. Otte-Kinast war in den Landkreis Oldenburg gekommen, um die Kandidatin Anne-Marie Glowienka zu unterstützen.

Unter den knapp 60 Anwesenden gab es viel Applaus für die Rede der potenziellen Ministerin, aber auch die Befürchtung, dass die Bauern „auf Bundesebene verkauft“ würden. Dann nämlich, wenn das Landwirtschaftsministerium in Berlin im Zuge der Jamaika-Koalitionsverhandlungen an die Grünen geht. Otte-Kinast betonte daraufhin, die CDU lasse sich dieses Amt nicht nehmen. „Sonst brennt in Niedersachsen die Luft.“

Kritik an der fehlenden Planungssicherheit

Die ehemalige Landesvorsitzende der Landfrauen ging auf viele Anliegen der Landwirte ein. Diese „gestalten seit jeher die Kulturlandschaft und setzen sich für die nachhaltige Nutzung der Ressourcen ein“, lobte Otte-Kinast. Aber es fehle an Planungssicherheit für die Bauern. „Wenn sie einen Stall bauen, müssen sie wissen, dass sie darin auch Tiere halten dürfen“, so die Christdemokratin.

Als Problem machte Otte-Kinast eine Entfremdung der Verbraucher zur Erzeugung von Lebensmitteln aus. „Das sorgt für Unsicherheit.“ Als Gegenmittel setzt sie auf Aufklärung. Landwirte sollten ihre Höfe öffnen und dabei vom Ministerium gefördert werden. Das in Schulbüchern vermittelte Bild, erinnere zu oft an „Bullerbü“. Aber: „Die moderne Tierhaltung entspricht nicht den emotionalen Wünschen. Niedersachsen ist kein Streichelzoo.“

Verfechterin der Massentierhaltung

Otte-Kinast ließ keinen Zweifel daran, dass sie eine Verfechterin der Massentierhaltung ist. Es müsse den Bauern möglich sein, zu wirtschaften, um ihre Familien zu ernähren. „Ich stehe für moderne, effiziente Landwirtschaft in Familienbetrieben“, so die 53-Jährige, die seit mehr als 20 Jahren mit ihrem Mann einen Milchviehbetrieb in Bad Münder (Landkreis Hameln-Pyrmont) bewirtschaftet.

Dabei setzt sie für stärkeren Umweltschutz auf technische Neuheiten, die zum Beispiel eine bessere Verteilung von Dünger ermöglichen. Bei Problemen wie dem hohen Nitratgehalt im Grundwasser sollte mit Wissenschaftlern, gesellschaftlichen Gruppen und Landwirten ergebnisoffen nach praxistauglichen Lösungen gesucht werden.

Während sich Otte-Kinast klar für den Abschuss einiger Wölfe aussprach, blieb sie bei anderen Fragen aus dem Publikum vage. So wollte Torsten Deye, CDU-Ratsherr in Großenkneten und Schweinehalter, wissen, wie sie zur Prämie für das Nicht-Beschneiden von Schweineschwänzen stehe. „Wir sollten jetzt innehalten und gucken, kommen Praktiker mit den Regeln klar“, so Otte-Kinast, die einräumte, dass die Antwort für Deye nicht so befriedigend sei.

Landwirt Cord Schütte aus Grüppenbühren beklagte, die Politik verhindere zurzeit den Bau neuer Ställe. Dabei seien diese notwendig, um junge Landwirte und ihre Familien, die auf die Höfe strömten, mit zu versorgen. Damit rannte er offene Türen bei der Christdemokratin ein.

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