Motor soll in Braunschweig überprüft werden

Nach dem Flugzeugabsturz: Experten untersuchen Wrack

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Zum Abtransport wurde das Flugzeug mit einem Kran auf einen Tieflader verfrachtet.

Hatten - Von Karsten Tenbrink. Nach dem tragischen Absturz eines Leichtflugzeugs am Sonntag in Hatten (wir berichteten) haben Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) ihre Ermittlungen zur Unglücksursache fortgesetzt. Ein erster Zwischenbericht ist frühestens in sechs Wochen zu erwarten, sagte Sprecher Johann Reuss. Erste Erkenntnisse könnte die Untersuchung des Motors bringen.

Vier Sachverständige der BFU waren auch am Tag nach dem Absturz nahe der Autobahn 28 vor Ort. Das Wrack der Cessna 172 wurde am Montag beschlagnahmt, die Überprüfung erfolge an einem geeigneten Ort in der Nähe, erklärte Reuss auf Nachfrage. Nur einzelne Teile würden gegebenenfalls zur Bundesstelle mit Sitz in Braunschweig gebracht. Reuss ging am Montag davon aus, dass dies zumindest auf den Motorblock zutreffe. Damit sei aber noch nicht gesagt, dass tatsächlich ein technischer Defekt im Motor für den Absturz verantwortlich war.

„Der routinemäßige Ablauf einer solchen Untersuchung sieht so aus, dass zunächst die Vollständigkeit der Teile und anschließend Dinge wie Motor, Steuerung und Konfiguration überprüft werden“, so der BFU-Sprecher. Als Beispiel für Letzteres nannte er die Frage, ob die Landeklappen ausgefahren gewesen seien.

Reuss geht davon aus, dass ein Zwischenbericht zu den Erkenntnissen des BFU erst in sechs bis acht Wochen veröffentlicht werde. „Darin werden jedoch noch keine Aussagen zur Ursache gemacht, sondern lediglich die bis dahin bekannten Tatsachen aufgeführt“, erklärte er. Bis der Abschlussbericht vorliege, werde es erfahrungsgemäß sechs bis zwölf Monate dauern, so Reuss.

Techniker und Polizei wollen nun Zeugen des Absturzes befragen. Sobald sie gesundheitlich dazu in der Lage sind, sollen auch die drei Insassen des Flugzeuges befragt werden, die das Unglück überlebt haben, erklärte eine Sprecherin der Polizeiinspektion Delmenhorst. Zu deren Gesundheitszustand konnte sie keine neuen Angaben machen.

Die einmotorige Propellermaschine war in unmittelbarer Nähe der Autobahn 28 zwischen einen Wildschutzzaun und die Seitenleitplanke gestürzt. Inzwischen steht auch fest: Bei dem verstorbenen 69-jährigen Piloten des Kleinflugzeugs handelt es sich um den langjährigen Bürgermeister der Gemeinde Kirchseelte, Walter Raem.

Ein Toter bei Flugzeugabsturz an Autobahn 28

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