Ein XXL-Exot auf der Straße

Matthias Lange fährt einen amerikanischen Ford-Pickup

Matthias Lange vor seinem knapp sieben Meter langen Ford F 150.
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Matthias Lange vor seinem knapp sieben Meter langen Ford F 150.

Der Ford F150 von Matthias Lange aus Sandkrug ist in jeder Beziehung groß. Ein mächtiger siebeneinhalb Liter V8 treibt den knapp sieben Meter langen Pickup an.

Sandkrug – Das Autoradio ist eigentlich überflüssig. Matthias Lange hat es in seinem Pickup noch nie angemacht. „Ich genieße lieber den Sound des Motors“, erklärt der 47-Jährige aus Sandkrug. Der siebeneinhalb Liter große V8 hat es wahrlich in sich. Sonor blubbernd im Stand und brüllend beim Beschleunigen.

Wenn Lange das Gaspedal durchtritt, schieben das gewaltige Drehmoment und rund 250 Pferdestärken den knapp sieben Meter langen und rund zwei Tonnen schweren Ford F150 Ranger XLT ordentlich voran. Ganz genau ist es ein „Super Cab Long Bed“ mit mittellanger Kabine und langer Ladefläche. Gleichzeitig saugt der riesige Vergaser das Benzin in großen Mengen aus dem Tank. „35 Liter auf 100 Kilometer gönnt er sich“, verrät sein Besitzer. Mit dem alten Vergaser seien es sogar mehr als 40 Liter gewesen.

„Als Alltagswagen eigentlich unfahrbar“

Deshalb – und weil die Parkplatzsuche mit dem Koloss schnell zum Geduldsspiel werden kann – kommt der Pickup auch nicht sehr häufig zum Einsatz. Meistens fährt Lange, der seit drei Jahren die Avia-Tankstelle in Sandkrug besitzt, mit dem F150 nur einmal in der Woche zum Einkaufen. „Als Alltagswagen ist er eigentlich unfahrbar“, erklärt der Sandkruger.

Ein Erlebnis ist aber jeder noch so kurze Trip mit dem leuchtend roten Dickschiff. Weit über der Straße auf der durchgehenden Sitzbank trohnend, lädt der Ford zum entspannten Cruisen ein. Der V8-Big-Block stellt dabei jederzeit genügend Kraftreserven bereit. „Laut Prüfstand reicht die Leistung für 240 Stundenkilometer Spitzengeschwindigkeit. Das ist aber nur ein theorischer Wert. Dafür ist der Wagen nicht gebaut“, weiß sein Besitzer. Trotz seiner Größe ist der Pickup sogar handlich. Mit zwei Fingern am Lenkrad lässt er sich spielerisch dirigieren. Die Automatik nimmt dabei jeden Schaltvorgang ab. Seit drei Jahren besitzt Lange den 46 Jahre alten Oldtimer. 1975 verließ der Ford die Fabrikhallen in Dearborn in den USA und war bis vor acht Jahren auf amerikanischen Highways unterwegs. Dann importierte ein Bekannter Langes den F150 nach Deutschland. „Als der die Lust an dem Pickup verlor und ihn wieder verkaufen wollte, griff ich zu“, erinnert sich Lange. „Der Wagen passte einfach in mein Beuteschema.“ Der Tankstellenbesitzer war nämlich gerade auf der Suche nach einem älteren amerikanischen Ford mit viel Nutzfläche. „Ich bin mit Ford und Mercedes groß geworden. Ich hatte sogar das fast gleiche Modell in Rot als Spielzeugauto“, erzählt er weiter.

In den USA so weit verbreitet, wie in Deutschland der VW Golf

Lange versah den Wagen noch mit klassischen Avia-Aufklebern und ließ ihn technisch auf Vordermann bringen. Seitdem läuft der Bolide zuverlässig. „Nur die Elektronik spinnt manchmal“, berichtet der 47-Jährige. Das sei bei einem solch alten Fahrzeug aber durchaus verzeihbar.

So exotisch der F150 im deutschen Straßenbild wirkt, so selbstverständlich ist sein Auftritt in den USA. „Dort ist er so weit verbreitet, wie bei uns der VW Golf“, erzählt sein Besitzer. Große Touren hat der 47-Jährige mit seinem Pickup bislang kaum unternommen. Einmal ist er mit seinem Ami-Schwergewicht nach Bockhorn zum Oldtimer-Markt gefahren. „Dazu fehlt mir einfach die Zeit“, erklärt der Tankstellenbesitzer. Ein Ziel hat er aber fest im Visier. „Zum Hotrod-Treffen auf die dänische Insel Rømø will ich mit dem Ford noch unbedingt fahren“, träumt Lange. Um eine Unterkunft braucht er sich dann nicht zu kümmern. „Auf die Ladefläche stelle ich einfach eine Liege. Das passt.“

„Alte Liebe“ gesucht

Wer im Landkreis Oldenburg lebt und seine „Alte Liebe“ in unserer Zeitung vorstellen lassen möchte, kann sich per Telefon (04431/9891153) oder per E-Mail (redaktion.wildeshausen@kreiszeitung) an die Redaktion wenden.

Trotz der Größe ein freundliches Gesicht.
Die Ladefläche bietet genug Platz zum Übernachten.

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