Politiker stehen auf dem Prüfstand

Landvolk diskutiert mit Kandidaten

Ein Gruppe von Frauen und Männern.
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Diskussion: Kreislandwirt Detlef Kreye, Philipp Albrecht (CDU), Christian Dürr (FDP), Christina-Johanne Schröder (Bündnis 90/Die Grünen), Christian Suhr (Die Linke), Dieter Holsten (Freie Wähler) und Susanne Mittag (SPD, v.l.).

Kirchhatten – Die Landwirte in der Region sehen sich vielen Problemen ausgesetzt, wachsende öffentliche Ansprüche und immer neue gesetzliche Auflagen machen ihnen das Leben schwer. Das hiesige Kreislandvolk hat in den vergangenen Monaten immer wieder Kritik an dieser Situation geübt. Doch was haben die Bundestagskandidaten im Wahlkreis 28 (Delmenhorst, Wesermarsch, Oldenburg-Land) dazu zu sagen?

Detlef Kreye, Vorsitzender des Kreislandvolkverbands mit Sitz in Huntlosen, hatte die Bewerber um einen Platz im Parlament in Berlin am Montagabend zu einer Gesprächsrunde in den Gasthof „Zum deutschen Hause“ nach Kirchhatten eingeladen: Susanne Mittag (SPD), Christina-Johanne Schröder (Bündnis   90/Die Grünen), Philipp Albrecht (CDU), Christian Dürr (FDP), Dieter Holsten (Freie Wähler), Christian Suhr (Die Linke) sowie die Ortsvorsitzenden und deren Vorstände und der Vorstand des Kreislandvolkverbandes nahmen an der Podiumsdiskussion teil.

„Die Landwirtschaft steht im Fokus einer öffentlichen Diskussion um Fragen zu Klimaschutz, zur Umwelt sowie zur Grundwasserbewirtschaftung. Gleichwohl haben die Landwirte aber auch eigene Themen wie Ernährungssicherheit, Sicherung des betrieblichen und familiären Einkommens und Verringerung eines aktiven Flächenverbrauchs“, so Kreye zur Einleitung der Veranstaltung. Sechs Fragen hatte er als „Fahrplan“ für die Politiker nebst Zahlen und Fakten in seiner Präsentation vorbereitet, die sowohl er als auch die anwesenden Gäste – darunter auch der Hatter Bürgermeister und Landratskandidat Christian Pundt – diskutierten. Eckhardt Wendt, Landwirt aus Großenkneten, warnte die Politik vor „Ökosozialismus“, geplant von Entscheidern in Berlin und Brüssel, die keinen Bezug zur Landwirtschaft hätten.

Alle Anwesenden waren sich darin einig, dass die Lebensmittelproduktion in Deutschland langfristig nur sozial- und naturverträglich erfolgen könne, wenn die Erzeuger angemessene Preise erhalten. „Der Lebensmitteleinzelhandel ist der schlimmste Feind der Landwirtschaft“, so Suhr, der die anwesenden Gäste auch mit weiterführendem Informationsmaterial versorgte. Ein großes Problem sei auch die zunehmende Flächenversiegelung, wodurch der Landwirtschaft täglich rund 56 Hektar verloren gehen. In Deutschland werde jeden Tag eine Fläche von rund 78 Fußballfeldern für den Siedlungs- und Verkehrsbau ausgewiesen – meist wertvolles Acker- oder Grünland – dies steht im Widerspruch zur geforderten Selbstversorgung innerhalb Deutschlands.

Mittag wies darauf hin, dass es einen Plan gibt und die ersten Ergebnisse der „Borchert-Kommission“ (Kompetenznetzwerk Nutztierhaltung) dahin verweisen, der deutschen Landwirtschaft Planungssicherheit für die nächsten 20 Jahre zu geben. Einig waren sich die Anwesenden ebenfalls, dass ohne europaweit einheitliche Standards auch in Bezug auf Tierwohllabel Landwirtschaft in Deutschland zukünftig nicht mehr funktionieren werde. Dem Höfesterben und damit der Erweiterung von Großbetrieben sowie den nicht gewollten Lebensmittelimporten aus Ländern auch außerhalb der EU solle durch angepasste Gesetzgebungen seitens der Politik entgegengewirkt werden.

Albrecht setzt auf die Aufklärung der Bürger und brachte eine Tierwohlabgabe ins Spiel, um für einen Ausgleich zur Marktmacht der großen Lebensmittelkonzerne zu sorgen, damit Landwirte von ihrer Arbeit auch leben können.

Das Kreislandvolk hat eine Gesprächsrunde mit den Bundestagskandidaten veranstaltet.

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