Kreuzung in Sandkrug soll entschärft werden 

Landkreis will Ampel – Bürger fordern Kreisverkehr

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Die T-Kreuzung in Sandkrug ist regelmäßig überlastet. 130 Meter östlich gibt es einen Bahnübergang, dessen geschlossene Schranken oft für einen Rückstau sorgen.

Sandkrug - Wenn zu Stoßzeiten die Schranken des nahen Bahnübergangs geschlossen sind, ist die Kreuzung Bümmersteder/Astruper Straße in Sandkrug regelmäßig überlastet. Zudem ist die Unfallgefahr für Radfahrer und Fußgänger hoch. Die Probleme sind bekannt, allerdings scheiden sich die Geister, wie sie am besten gelöst werden können. Eine Bürgerinitiative setzt sich für einen Kreisverkehr ein, während der Landkreis Oldenburg eine Ampel will.

Eigentlich könnte die Sache schon vom Tisch sein, schließlich gibt es einen Planfeststellungsbeschluss für eine Lichtsignalanlage. Doch der Landkreis, der Träger beider Straßen ist, erlebte bei der Ausschreibung der Bauleistungen eine unangenehme Überraschung. Die Verwaltung hatte mit rund 310.000 Euro Baukosten kalkuliert, die interessierten Firmen verlangten aber mehr als 600.000 Euro. Deswegen soll es zum November eine neue Ausschreibung für die Arbeiten, die dann im Frühjahr beginnen sollen, geben.

Diesen Aufschub will die Bürgerinitiative nutzen und hat kürzlich ihre Ideen im Gasthof „Pfefferkorn“ in Sandkrug präsentiert, heißt es in einer Mitteilung. „Die Lebenswirklichkeit zeigt, dass nahezu alle Städte in Deutschland auf Kreisverkehre setzen – sichere Kreisverkehre wohlgemerkt. Ampelkreuzungen werden aus gutem Grund zu Kreisverkehren zurückgebaut. Fußgänger und Radfahrer werden sicherer durch den Verkehr geleitet, wenn sie aus dem unmittelbaren Gefahrenpunkt des Kreisels herausgeführt werden. Der Autofahrer hat dann klare Sicht auf die schwächeren Verkehrsteilnehmer“, argumentiert Andreas Wenger, der die Initiative gemeinsam mit Franz Nieper gestartet hatte. Beide hatten Widersprüche gegen die Planfeststellung erhoben.

Landkreis widerspricht Argumentation

Der Landkreis widerspricht der Argumentation. Eine Ampel sei wesentlich sicherer für Radfahrer und Fußgänger als ein Kreisverkehr, betont Ann-Christin Gajda aus der Kreisstraßenverwaltung. Die Entscheidung gegen einen Kreisverkehr sei schließlich nicht aus Kosten-, sondern aus Sachgründen gefallen. Dazu zählt sie auch, dass sich der Rückstau wegen geschlossener Schranken im Fall einer Ampel „doppelt so schnell auflöst als bei einem Kreisverkehr“. Das habe eine Untersuchung ergeben.

Laut Mitteilung der Initiative könnte ein Vorschlag von Maren Nieper, die für die CDU im Gemeinderat sitzt, Sicherheitsbedenken gegen einen Kreisverkehr zerstreuen. Sie wirbt dafür, den Kreisel mit der bestehenden Bedarfsampel zur Querung der Bümmersteder Straße sowie einer weiteren Bedarfsampel zur Querung der Astruper Straße auf Höhe der Raiffeisen-Bank zu kombinieren.

Ratsvorsitzende Katja Radvan (SPD) habe zudem angeregt, die Initiative möge das Thema „Schrankenschließzeiten“ berücksichtigen. Sie hofft auf eine technische Nachrüstung durch die Deutsche Bahn, die ähnlich wie in Huntlosen die Situation vereinfachen könnte.

Es liegen also diverse Vorschläge auf dem Tisch. Fraglich ist, ob das Thema noch einmal in den Gremien zur Sprache kommt. Die Initiative sammelt auf jeden Fall Unterschriften dafür. Bürger können sich auch im Internet eintragen.

bor

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