Vorsitzender betont: „Vereine nicht die Reparaturwerkstatt der Gesellschaft“

Kreissportbund geht auf Flüchtlinge und Schulen zu

Nora Zwake (links) versucht Flüchtlinge und Sportvereine zusammenzubringen, während Stephanie Blohme die Zusammenarbeit von Schulen und Kindergärten mit Vereinen verbessern will. - Foto: bor

Sandkrug - Mit der Einstellung von Nora Zwake und Stephanie Blohme will der Kreissportbund (KSB) seiner gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden. Zwake versucht, Flüchtlinge in den Vereinssport zu integrieren. Zum Beispiel mit einer eigenen Frauenmannschaft und Veranstaltungen, während derer sich Vereine gezielt für Asylbewerber vorstellen.

Blohme intensiviert derweil den Kontakt zu Schulen und Kindergärten, um Kooperationen in Gang zu bringen. Denkbar ist zum Beispiel, dass ein Übungsleiter seinen Sport in der Schule anbietet. Weil viele Schüler auch nachmittags unterrichtet werden, fehlt die Zeit, um zum Verein zu kommen.

Das ist die eine Seite der Medaille. Auf der anderen Seite betonte der Vorsitzende des KSB, Peter Ache, dass viele Vereine Probleme wegen eines sinkenden ehrenamtlichen Engagements, nicht genug Übungsleitern und weniger Mitglieder haben. „Die Vereine sind nicht die Reparaturwerkstatt der Gesellschaft“, stellte Ache während der Vorstellung von Blohme und Zwake am Montagabend in der KSB-Geschäftsstelle in Sandkrug fest. Die Einstellung der beiden jungen Frauen ist für ihn ein Versuch, langfristig mehr Menschen zum Breiten- und Spitzensport in den Vereinen zu bewegen. Grundsätzlich erwartet Ache eine stärkere finanzielle Förderung, um die Vereine zu entlasten.

Auch die Ausbildung von Übungsleitern für interkulturelle Probleme mit Flüchtlinge hält Ache für sinnvoll. Es gebe teilweise eine andere Mentalität, hat er beobachtet. Um die Übungsleiter zu qualifizieren, wünscht er sich ebenfalls mehr Geld. „Wir sind da erst am Anfang.“

Zwake und Blohme sind zwar nicht mehr am Anfang, sie hatten ihre Arbeit bereits am 2. August aufgenommen, aber so richtig viele Vereine und Schulen haben sie bisher noch nicht überzeugt, mitzumachen. Zwake ist mit vier Vereinen im Gespräch. Zum Beispiel geht es darum, dass sich der Boule-Verein Hude den Flüchtlingen mit einem Film auf Arabisch vorstellt und der SV Rethorn eine Frauenmannschaft für Flüchtlinge bildet. In den meisten Fällen sei es schwierig, weil Übungsleiter und/oder Hallenzeiten fehlten, sagte sie. 

Das Angebot richtet sich eher an kleinere Vereine, die nicht das Personal haben, um alle Fördermöglichkeiten auszuschöpfen. Eben das ist auch der Job der 28-jährigen Zwake, die zum Beispiel mit dem Landkreis über Geld spricht. Größere Vereine würden von sich aus schon einiges für Flüchtlinge machen, so Ache. „Aber ein Flüchtling aus Kirchhatten kann nicht mit dem Rad zur TSG nach Sandkrug fahren. Wir brauchen die kleineren Vereine.“

Bei Blohme geht es darum, zum einen die Schulbehörden und Lehrer sowie zum anderen die Vereine mitzunehmen. Gemeinsame Angebote sind noch rar gesät, gleichzeitig gehen die turnerischen Fähigkeiten vieler Kinder gegen null. „Wir haben jetzt den ersten Schritt gemacht und sind gespannt, ob Schulen bereit sind, sich zu bewegen“, sagte Ache, der auch vom „Purzelbaumsterben“ sprach.

Zwake und Blohme sind unter Tel. 04481/9373349 und per E-Mail an stephanie.blohme- sowie laura.zwake@kreissportbund-ol-land.de zu erreichen.

bor

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