Naturschutzstiftung hat fünf Weideschuppen für Steinkäuze hergerichtet

Kauzige Mieter für renovierte Hütten gesucht

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Handwerker Otto Westendorf und Naturschutzstiftungs-Vertreter Michael Feiner bringen mit dem Biologen Dr. Klaus Taux (von links) eine Plakette am renovierten Weideschuppen an.

Dingstede - Irgendwo zwischen Nuttel (Dötlingen) und Dingstede (Hatten) werden kauzige Mieter für eine von Grund auf renovierte, etwa 30 Quadratmeter große Holzhütte gesucht.

In den Weideschuppen in ländlicher Lage soll ein Steinkauz-Pärchen einziehen und am besten auch dort brüten. Das ist auch bitter notwendig, denn nach langen Jahren des Wachstums ist die Population zuletzt deutlich zurückgegangen. Über die Gründe müsse man jetzt nicht spekulieren, meint der Biologe Dr. Klaus Taux, als er am Donnerstagnachmittag vom Projekt der Naturschutzstiftung erzählt. Quasi von Maisfeldern umzingelt steht der Schuppen, der wie vier andere in den vergangenen Monaten saniert wurde, auf einer kleinen Koppel. „Da und dort und hier am Waldrand gab es früher auch Weideschuppen.“ Der Zeigefinger des alten Mannes weist in die verschiedenen Himmelsrichtungen. Weit sehen kann man nicht, der Mais ist im Weg.

93 Pärchen im Jahr 2015

Die Stiftung hat in den vergangenen 20 Jahren 21 Schuppen so renoviert, dass Steinkäuze gerne einziehen. Allerdings wurden im gleichen Zeitraum auch mehr als 30 Hütten abgerissen. Trotzdem stieg die Population von fünf Pärchen im Jahr 1998 auf 93 im Jahr 2015. Doch seitdem werden es weniger. Die Menge nahm im folgenden Jahr um 20 und in diesem Jahr um zwölf Prozent ab, sagt Taux, der für sein Engagement für den Steinkauz vom Landes-Umweltminister ausgezeichnet worden ist.

Das jetzige 38. 000 Euro teure Projekt war dank der EU und der Bingo-Umweltstiftung (jeweils 15. 000 Euro) möglich. Den Rest steuerte die Naturschutzstiftung des Landkreises Oldenburg bei. Alles schön und gut, aber ohne die Kooperation örtlicher Landwirte würde das Geld nichts bringen. In diesem Fall haben die Eigentümer der Fläche, Günther und Dieter Dähne, sowie die Pächter, Hermann und Uwe Spille, ihren Beitrag geleistet und wollen den Schuppen erhalten. In vielen Fällen sahen Landwirte das in der Vergangenheit aber anders. Auf dem Nachbarfeld zieht ein brummender Traktor einen Pflug über den Acker, während Taux mit Stiftungs-Vertreter Michael Feiner eine Plakette der Bingo-Umweltstiftung anbringt. Handwerker Otto Westendorf, dessen Firma den Schuppen errichtete, assistiert. In zwei von drei Fällen ziehen Steinkauzpärchen in die renovierten Hütten. Taux drückt mit Sicherheit die Daumen. bor

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