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Investoren planen in Sandkrug Baugebiet mit Kita

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Von: Tanja Schneider

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So oder so ähnlich könnte ein von Privatinvestoren entwickeltes Baugebiet inklusive Kita am Lüningsweg in Sandkrug aussehen. Skizze: Investoren
So oder so ähnlich könnte ein von Privatinvestoren entwickeltes Baugebiet inklusive Kita am Lüningsweg in Sandkrug aussehen. Skizze: Investoren © Privat

Auf einem 3,8 Hektar großen Areal zwischen Mühlenweg und Lüningsweg in Sandkrug sollen neben Doppel- und Einfamilienhäusern Mehrparteienhäuser mit bezahlbaren Wohnungen entstehen. Zudem wollen die Investoren einen Kindergarten bauen und an die Gemeinde Hatten vermieten.

Sandkrug – An Kinderbetreuungsplätzen und bezahlbarem Wohnraum fehlt es in vielen deutschen Kommunen. Da bildet die Gemeinde Hatten keine Ausnahme. Für Entlastung könnte ein Projekt der Privatinvestoren Stephan Brüdern sowie Thorsten und Otto Boekhoff sorgen. Nordöstlich von Sandkrug wollen sie auf einer 3,8 Hektar großen Fläche zwischen Mühlen- und Lüningsweg ein Baugebiet entwickeln, in dem neben Doppel- und Einfamilienhäusern auch Vier- bis Sechs-Parteien-Häuser mit bezahlbaren Wohnungen und sogar eine Kindertagesstätte entstehen sollen. Letztere könnte die Gemeinde Hatten nach Fertigstellung mieten inklusive Kaufoption, teilten die Investoren und ihr Berater Andreas Krems am Donnerstag im Gespräch mit unserer Zeitung mit.

Das Grundstück hatten die Brüder Boekhoff und Brüdern im Herbst vergangenen Jahres gekauft und mit Blick auf die Kinderbetreuungsproblematik in Sandkrug auch gleich an die Errichtung einer Kita gedacht. „Wir können sie schneller bauen als die öffentliche Hand“, sagen sie. Was Größe und Gestaltung angeht, wollen sie gerne mit der Gemeinde Hatten zusammenarbeiten. „Eine Einrichtung für bis zu sechs Gruppen gehen wir mit“, erklären sie. Das Investitionsvolumen dieses Zukunftsprojektes liegt im Millionenbereich. Genaue Zahlen könne das Trio zu diesem frühen Zeitpunkt aber noch nicht nennen, so Krems.

In der Gemeinde Hatten fehlen Kinderbetreuungsplätze

Sowohl mit der Gemeindeverwaltung als auch mit den im Rat vertretenen Fraktionen hatten die Investoren schon Kontakt. Die Verwaltung begrüße das Konzept und habe die Notwendigkeit einer weiteren Kindertagesstätte betont, berichtet Brüdern von einem Gespräch mit Bürgermeister Guido Heinisch. Bekanntlich ist am Mühlenweg in Sandkrug ab 2019 ein Baugebiet mit knapp 100 Grundstücken entstanden. Dort wohnen natürlich auch Familien mit kleinen Kindern. Nicht für alle steht derzeit ein Betreuungsplatz zur Verfügung. Die Nachfrage ist höher als das Angebot. Daran konnte auch die Eröffnung der Kita Löwenzahn im nahe gelegenen Ortsteil Streekermoor nichts ändern. Im Juni hatte die Verwaltung von insgesamt 90 fehlenden Plätzen für Kinder unter und über drei Jahren in der Gemeinde gesprochen. Ein Großteil davon entfalle auf Sandkrug.

Ein Grund, weshalb die Investoren bei der Entwicklung ihres Gebiets der Kita sowie dem bezahlbaren Wohnraum Priorität einräumen. Sie sind für den ersten Bauabschnitt geplant. Der Kindergarten soll an der Ecke Mühlenweg/Lüningsweg entstehen und über eine vom Lüningsweg abgehende Stichstraße erreichbar sein. Im weiteren Verlauf des Lüningsweges sollen die Mehrfamilienhäuser mit 45 bis 90 Quadratmeter großen Wohnungen für das schmale Budget folgen. „Vorgesehen ist eine niedrige Traufhöhe. Sie sollen sich optisch an die bestehende Bebauung anpassen“, sagt Brüdern.

Investoren wollen Bürger beteiligen: E-Mail-Adresse eingerichtet

Dahinter soll sich dann im zweiten Bauabschnitt das Gebiet für Einfamilien- und Doppelhäuser anschließen. Die Anzahl der Grundstücke sei noch offen und solle in Abstimmung mit der Gemeinde festgelegt werden, so Krems. Formuliert haben die Investoren hingegen schon folgende Ziele für das Baugebiet: viel Grün, wenig Verkehrsfläche, klimaschonend durch den Ausschluss fossiler Brennstoffe, Anbindung an die Buslinie 325 durch einen Fuß- und Radweg. Zudem soll neben bezahlbarem auch barrierefreier Wohnraum entstehen. „Wichtig ist uns zudem, dass die Grundstücke direkt über uns erworben werden können und kein Bauträger zwischengeschaltet ist“, berichtet Brüdern. „Denn da wollen wir keine Vorgaben machen.“

Um ihr Projekt realisieren zu können, Bedarf es allerdings neben dem Wohlwollen der Verwaltung auch der Zustimmung der Politik. Denn derzeit ist das Grundstück Ackerfläche und kein Bauland. Um dies zu ändern, ist die Aufstellung eines Bebauungsplanes erforderlich. Öffentlich darüber beraten hat die Politik noch nicht. Dem Vernehmen nach soll es aber Bedenken geben.

Die Investoren zeigen sich jedenfalls offen für Ideen und Vorschläge. Statt im „stillen Kämmerlein“ zu planen, fordern sie die Bürger auf, sich zu beteiligen und ihnen ihre Anregungen per E-Mail an neuekita-wohneninsandkrug@web.de mitzuteilen.

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