„Heute schon mit Ihrem Kind gesprochen?“

Netzwerk Frühe Hilfen befasst sich mit Eltern am Smartphone

Das Plakat soll landkreisweit verteilt werden.

Landkreis - Mütter oder Väter, die konzentriert auf das Smartphone schauen und Nachrichten schreiben, während sie den Kinderwagen über den Bürgersteig schieben und dem Nachwuchs hin und wieder einen kurzen Blick widmen: Szenen wie diese beschäftigen das „Regionalnetzwerk Frühe Hilfen Hatten-Wardenburg“, das sich mit dem Thema „Smartphone und Kinder“ beschäftigt hat und ein zwiespältiges Fazit zieht. Ein Ergebnis ist die Posteraktion mit dem provokanten Titel „Heute schon mit Ihrem Kind gesprochen?“, teilte der Landkreis Oldenburg mit.

Von Smartphones gehe ein spezieller Reiz aus, vor dem auch Eltern nicht gefeit seien, heißt es weiter. „Es ist auch einfach praktisch“, meint Beate Pollak von der Koordinierungsstelle Frühe Hilfen im Jugendamt des Landkreises. „Über soziale Netzwerke lässt sich leicht Kontakt halten, über Whatsapp lassen sich kurzfristige Absprachen treffen und schnelle Ratschläge einholen“, ergänzt sie. Doch diese Möglichkeiten und die ständige Erreichbarkeit brächten auch Nachteile mit sich – der Reiz, einen schnellen Blick auf das Smartphone zu riskieren, nachdem es einen Signalton abgegeben hat, sei groß.

Ob sich der häufige Blick der Eltern aufs Smartphone auf die Beziehung zu ihrem Kind auswirkt, hat das Regionalnetzwerk Frühe Hilfen Hatten-Wardenburg nun kritisch hinterfragt. Laut in der Pressemitteilung zitierten Experten sei insbesondere bei Mädchen oder Jungen in den ersten drei Lebensjahren die direkte Interaktion mit dem Baby und Kleinkind besonders wichtig für die Entwicklung. Der Nachwuchs knüpfe im direkten Kontakt mit den Eltern eine Bindung, die die Basis für die gesamte weitere Entwicklung sei. Auch sei die Kommunikation schon mit Babys wichtig für deren spätere Sprachfähigkeiten.

Eltern für das Thema sensibilisieren

In der Frage, ob Eltern heutzutage tatsächlich weniger mit ihrem Säugling oder Kleinkind sprechen, kam das das Regionalnetzwerk zu keinem Konsens. Deutlich wurde jedoch, dass sich die Gruppe gerne weiter mit dem Thema befassen und auch Eltern dafür sensibilisieren wollte. Aus diesem Grunde entschied sich das Netzwerk, bei der eingangs erwähnten Posterkampagne des Landes mitzumachen.

„Die Plakate sind unheimlich gut angekommen“ freut sich Sigrid Klotz, Leiterin der Kindertagesstätte Hebbelstraße in Sandkrug. Die Motive werden in den kommenden Wochen an die Kindertagesstätten in der Region sowie im gesamten Landkreis und auch an andere Netzwerkpartner verteilt.

Das Thema „Medien“ wird das Regionalnetzwerk auch Anfang kommenden Jahres beschäftigen. Dann ist ein großer Elternabend mit dem Titel „Groß werden in der Medienwelt heute“ für Väter und Mütter aus den Gemeinden Hatten und Wardenburg geplant.

Für Rückfragen zu der Posteraktion steht Pollak vom Jugendamt unter Tel. 04431/85323 zur Verfügung. - bor

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